Kulturpreis 1985

Emil Hecker

Hecker 150 pix hoch

Der Wahldithmarscher Emil Hecker, Jahrgang 1897, wurde 1985 zusammen mit seiner Heider Schriftstellerkollegin Elsa Peters mit dem Kulturpreis des Kreises Dithmarschen ausgezeichnet. Der Sohn eines Hamburger Kaufmanns, der 1918 als Soldat ein Bein verlor und wegen seiner schweren Verwundung sein 1920 begonnenes Medizinstudium abbrechen musste, zog nach Brunsbüttel in sein Elternhaus. Er nannte es „mien Glücksputt“. Dort, im alten Fachwerkhaus an der Sackstraße, einem der ältesten Häuser in Brunsbüttel, arbeitete Hecker als Versicherungskaufmann und freier Schriftsteller. Der erfolgreiche plattdeutsche Schriftsteller (16 Bücher und 500 Kurzgeschichten) und Hörspiel-Autor (100 Hörspiele) Emil Hecker starb mit 92 Jahren am 11. Juli 1989 in Brunsbüttel.

Hecker über Hecker:

„Boren bün ick den 4.6.1897 in den groten Steenbukasten Hamborg, Stadtdeel Billwarder-Niendiek. Mien Voter, de in Brunsbüttel boren wär, harr dor en Tügloden. 1903 käm ich in de Vörschol vun’t Johanneum, 1906 in de Sexta vun’t Wilhelm-Gymnasium. Mien Öllern wären 1904 weller no Brunsbüttel trocken, ‚nem mien Voter den Loden vun sienen Voter övernähm. Je, un ick bleev in de Stadt, schull je wat lehren un up den Dokter studeeren. Moder ehr Öllern nähmen mi bi sick up. Grotvoter wär Scholmeistersöhn ut de Lünebörger Heid, Grotmoder käm vun Lütjenborg, beid harn se jümehr Modersprook wohrt, de ich dor denn uck as Sprok Nummer süß tolehr. Un wat ick bi de beiden ni lehr, dat bröchen mi de Brunsbütteler Dörpjungs bi, wenn ick as „Hochstudent“ in de Ferien „up Besök tohus“ wär.

Wieldes wär de Krieg kommen un reep mit „to de Fohnen“, as see dat nömen: Verdun, Champagne, Somme, dat Ostland wörrn nu mien Levensrebeeet för dat niede, blödige Handwark, meistto dree lange Johr. Un jüst as de Krieg to End gohn wull, so slog de Dod mi in Flandern bi Zilverberg toschannen: mit een afschoten Been und mehr as en halvhunnert Löcker in’t Fleesch bröchen mi de Belgier in een vun jümehr Lazaretten. 1919 käm ich wller no Dütschland un harr dor mien leeve Not mit, weller eenigermoten loopen to lehren. Von 1920 bis 1922 heff ich in Hamborg studeert, up den Doktor, as ick dat je schull; over denn güng Voter dat Geld un mi de Mot un de Knöv ut un ick verkrop mi in’t ole Heckerhus in Brunsbüttel, hulp Voter in’n Loden un bi sein Brandkassengeschäft. Ick lehr noch flietig Plattdütsch to bi de Buern, de Fischer, de lütten Lüd’, un füng an to schrieven, as Rudl Kinau mi dat anrod harr: lütte Geschichten un Gedichten in uns’ Modersprook.“

(Aus: Brunsbütteler Spuren Beiträge zur Heimatgeschichte ,Boyens Druck Verein für Brunsbütteler Geschichte eV., Bd. VIII)


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