Kulturpreis 1985

Elsa Peters

Peters, Elsa

Die Dithmarscher Schriftstellerin Elsa Peters, Jahrgang 1906, wurde 1985 in Anerkennung und Würdigung ihrer herausragenden Verdienste auf dem Gebiet der Heimat- und Kulturpflege mit dem Kulturpreis des Kreises Dithmarschen ausgezeichnet. Das besondere Anliegen der Heider Autorin, für die Schreiben bis ins hohe Alter das Lebenselexier ist, war die Pflege und Förderung der plattdeutschen Sprache in vielfältiger Hinsicht. Mit ihren heiteren und besinnlichen Erzählungen machte sich die Kulturpreisträgerin auch weit über die Kreisgrenzen hinaus einen bedeutenden Namen, dessen Andenken, so die Preisbegründung,  in Ehren gehalten werden soll.

Elsa Peters, geboren am 15. November 1906 in Heide als Tochter des Architekten und Bauunternehmers J. Hinrichs, besuchte hier die Volksschule. Sie heiratete den Lehrer Walter Peters, mit dem sie vier Kinder hatte, und begann 1968 nach dessen Tod eine Karriere als Schriftstellerin. Elsa Peters starb mit 91 Jahren am 20. April 1998 in Heide.

Elsa Peters zum 100. Geburtstag - Schreiben als Lebenselixier

Dithmarschen (pid). Sie war Dithmarscherin mit Leib und Seele, das Schreiben in der geliebten plattdeutschen Sprache war ihr Lebenselixier: Am 15. November wäre die Schriftstellerin Elsa Peters 100 Jahre alt geworden. 1985 wurde sie mit dem Kulturpreis des Kreises Dithmarschen ausge­zeichnet. Landrat Dr. Jörn Klimant: „Elsa Peters hat mit ihren Texten Dithmarschen ein liebevolles Denkmal gesetzt.“

Zentrales Thema der oft autobiographisch getönten Erzählungen Elsa Peters sind Dithmarschen und seine Menschen. Heitere und versöhnliche Erinnerungen stehen neben nachdenklichen und kritschen Betrachtungen. Oft sind ihre Schilderungen geradezu hellsichtig - etwa im 1985 entstandenen Gedicht „Arbeitsloos“, das beklemmende Bezüge zur Gegenwart aufweist.

Die 1998 verstorbene Heiderin begann sehr spät mit dem Schreiben. Als Frau eines Dorfschullehrers und Mutter von vier Kindern war ihr Leben ausgefüllt mit Arbeit und Verpflichtungen. Dann gingen die Kinder aus dem Haus, 1968 verstarb der Ehemann. „Da war es, als breche plötzlich eine Quelle auf“, beschrieb sie: Elsa Peters begann, über alles zu schreiben, was sie in 60 Jahren erlebt und gehört hat.

Ihre lebendigen, farbigen Schilderungen wurden zunächst in der Lokalpresse veröffentlicht. Mit ihren acht Büchern - darunter „Sünnschien un Regen“, „Grootvadder’s Lüttenheid“ und „Wiehnachtstiet bi uns to Huus“ - fand sie schnell über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus ein großes Publikum.  So würdigten unter anderem renommierte plattdeutsche Institutionen wie das Niederdeutsche Institut in Bremen und der plattdeutsche Verein „Quickborn“ das Wirken der 1998 verstorbenen Heiderin.

Zeitlebens hat die aus einfachen Verhältnissen stammende Autorin bedauert, als Mädchen „nur“ die Volksschule besucht zu haben: Bildung, so erinnert sie in ihren Erzählungen, war den Söhnen vorbehalten. Ein Mädchen, so entschieden auch ihre Eltern, sollte eine gute Hausfrau und Mutter werden.

Den Kulturpreis des Kreises Dithmarschen - 1985 an sie und ihren Brunsbütteler Schriftstellerkollegen Emil Hecker verliehen - empfand Elsa Peters  daher auch als große Auszeichnung lebenslangen Strebens: „Die Schule hat Fenster aufgestoßen, und ich habe mich mein Leben lang darum bemüht, mich weiterzubilden.“


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