Kulturpreis 1986

Professor Dr. Ivo Braak

Braak Ivo Kulturpreisträger

Der in Marne gebürtige Hochschullehrer Prof. Dr. Johannes Edmund (Ivo) Braak, Jahrgang 1906, wurde 1986 mit dem Kulturpreis des Kreises Dithmarschen ausgezeichnet. Der Sohn eines Obergerichtssekretärs Richard Braak erhielt zahlreiche Auszeichnungen für sein Engagement  für die niederdeutsche Sprache, neben dem Dithmarscher Kulturpreis auch 1974 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Den Alias-Namen Ivo (slawisch für "Johannes") verdiente sich Johannes Braak um 1925 als Fußballtorwart der 1. Mannschaft des FC Fortuna Marne.

Nach Volks- und Realschule in Marne entschied sich Braak für Abitur und Studium, lernte erfolgreich während der Ferien das erforderliche Lateinpensum, das ihm fehlte, und wechselte nach Plön zur Staatlichen Bildungsanstalt. Nach dem Abitur 1926 studierte der Dithmarscher Germanistik sowie niederdeutsche Philologie und Literatur in Kiel, Wien und Hamburg.

1929 verfasste Braak sein erstes Drama "Sluderi" während der Studienzeit in Wien. Uraufgeführt wurde es im Februar 1930 in Kiel, wo er das Studium zum Volksschullehrer an der Pädagogischen Akademie fortsetzte. 1930 promovierte Braak zum Dr. phil. mit einem Dithmarscher Thema: "Die Sprache der Fortsetzer des Neocorus". 1933 avancierte der Marner zum Leiter der Niederdeutschen Bühne und übernahm 1935 bis 1938 einen Lehrauftrag für Deutsch und Didaktik des Deutschunterrichts an der Pädagogischen Hochschule in Kiel. 1938 wechselte Braak als Dozent zur Pädagogischen Hochschule nach Oldenburg.

Nach dem Militärdienst (1939 bis 1945) nahm Johannes Braak eine Bühnentätigkeit beim Itzehoer Stadttheater auf. 1948 folgte er dem Ruf an die Pädagogische Hochschule Flensburg. Hier wurde er 1953 als Professor (Ernennung 1949) zum Stellvertretenden Direktor gewählt.

Über Braaks nationalsozialistische Vergangenheit urteilte 1948 der Entnazifizierungsausschuss in Kiel. Danach galt Johannes Braak als "entlastet".

Braak kümmerte sich um die Weiterentwicklung der Lehrerausbildung, verfasste eine Reihe wissenschaftlicher Werke, darunter Bücher über Poetik und Literaturgeschichte, und übersetzte Texte aus dem Flämischen und Englischen.

Seine ganze Liebe galt jedoch dem Theater und der plattdeutschen Sprache. Ivo Braak feierte selbst Publikumserfolge in beliebten Stücken wie "Des Teufels General" oder den bekannten Klassikern, gehörte als Regisseur und Schauspieler aber auch über Jahrzehnte zum Ensemble der Niederdeutschen Bühne in Flensburg.

Der 1. Vorsitzende der Klaus-Groth-Gesellschaft in Heide (1955 bis 1977) wechselte 1960 an die Pädagogische Hochschule Kiel, wo er bis zu seiner Emeritierung 1973 blieb.

Nach seiner Entbindung von den amtlichen Pflichten als Hochschullehrer begründete er das Bremer Institut für Niederdeutsche Sprache und leitete es bis 1979. Am 12. September 1976 wurde Ivo Braak die goldene Hebbel-Medaille verliehen. Der Ehrenmitgliedschaft des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes (1981) folgte im gleichen Jahr die Ehrenbürgerschaft seiner Geburtsstadt Marne. 1986 folgte die Verleihung des Kulturpreises des Kreises Dithmarschen an Professor Dr. Ivo Braak.

Aus der Würdigung

Ivo Braak habe sich als Pädagoge, Literat und Schauspieler um die Pflege und Förderung der niederdeutschen Sprache weit über Dithmarschen hinaus verdient gemacht, würdigte Landrat Hans-Jacob Tiessen in seiner Laudatio Leben und Werk des Kulturpreisträgers, den Freunde liebevoll den "plattdeutschen Professor" nannten.

Ivo Braak teilte sich das Preisgeld mit Gertrud von Hassel, die 1986 im Rahmen einer Feierstunde gleichfalls ausgezeichnet wurde.  Bei dieser Gelegenheit unterstrich Kreispräsident Rolf Gosau die Bedeutung des Dithmarscher Kulturpreises: "Die Kulturpreisverleihung stellt den Höhepunkt im jährlichen Dithmarscher Kulturleben dar. Der Preis würdigt die Verdienste um Heimat, Kultur und Gesellschaft. Der Preis soll die Bürger auf den selbstlosen Einsatz von Künstlern für das kulturelle Leben unseres Kreises aufmerksam machen."

Nachruf

Prof. Dr. Johannes Edmund (Ivo) Braak verstarb am 10. August 1991 im Alter von 84 Jahren Kiel/Molfsee. Die Urne mit der Asche des Verstorbenen wurde nach Trauerfeiern in Kiel und Marne am 12. September 1991 auf dem Marner Friedhof beigesetzt.


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