Kulturpreis 1987

Landeskirchenmusikdirektor Dr. Peter Mohr

Mohr Meldorf

 
Geboren am 6. August 1924 in Uetersen verbrachte der Sohn des späteren Süderdithmarscher Propstes Ernst Mohr seine Kindheit in Flensburg. Nach dem Abitur am dortigen Alten Gymnasium studierte Mohr von 1946 bis 1950 Kirchenmusik, Musikwissenschaft, Liturgik sowie Psychologie in Kiel. Noch als Student vertrat er den bisherigen Organisten Heinrich Ohlsen für drei Monate. 1950 erfolgte die Wahl zum Kantor und Organisten am Meldorfer Dom. Damit war Peter Mohr hier der erste hauptamtliche Kantor seit 1880.

Besonders widmete sich der neue Kantor der Einführung des Quempas-Singens, dem Aufbau von Chören verschiedener Altersgruppen sowie der musikalischen Früherziehung von Kindern. Dabei verstand er ausgezeichnet, die Begeisterung für Musik zu wecken. Selbst sang er mit im Kantorenkreis. Vielen seiner Schülerinnen und Schüler, heißt es rückblickend, blieb er mit den vielfältigen musischen Aktivitäten lange Jahre Vorbild und Lehrer.

1951 folgte die Promotion zum Dr. phil., 1952 die Berufung zum Propsteibeauftragten für Kirchenmusik in Süderdithmarschen, ab 1956 regelmäßige Organisation der Auftritte auswärtiger Solisten und Chöre. 1975 erfolgte die Ernennung zum Kirchenmusikdirektor. 1977 wurde die wesentlich von Mohr initiierte neue Marcussen-Orgel im Meldorfer Dom eingeweiht. In den Jahren darauf erschien das Kirchenblatt mit Mohr im Impressum. Die ersten Sommerkonzerte wurden organisiert. Dem Dombauverein, den Mohr 1985 mit gründete, gehörte der Kirchenmusikdirektor zeitlebens als Vorsitzender an.

In einer Würdigung zum 20 jährigen Dienstjubiläum (Mai 1971) wird dem Kantor bescheinigt, dass er "vom Scheitel bis zur Sohle" ein Chormensch sei. Als Dirigentenpersönlichkeit sporne er seine Choristen zu hohen Leistungen an. Arbeit und Aufgaben habe er überreichlich genug - und alles im Griff.

1985 endet die "Ära Mohr". Am 31. Dezember tritt Kantor Mohr in den Ruhestand. Mohr kann jetzt auf mehr als 300 kirchenmusikalische Veranstaltungen im Dom zurückblicken.

Zwei Jahre später wird Dr. Peter Mohr der Kulturpreis des Kreises Dithmarschen verliehen. Landeskirchenmusikdirektor Dieter Schmeel weist in seiner Laudatio darauf hin, dass der Dithmarscher Preisträger der dritte Kirchenmusiker in Schleswig-Holstein ist, der mit einem vergleichbaren Preis ausgezeichnet wurde: "Ich sehe darin eine Würdigung eines Berufsstandes, der zu den jüngsten in Deutschland gehört."

Schmeel weiter: "Dr. Mohr hat sein Herz an die Dithmarscher verschenkt - und damit alle Dithmarscher Herzen gewonnen. Die bedingungslose Liebe zum Menschen und der Auftrag des Kantorenberufes, das Lob Gottes zu singen und sein Wort durch die Musik zu verkündigen, sind Grundvoraussetzungen für seinen Erfolg."

Landrat Hans-Jacob Tiessen überreichte die hohe Kulturauszeichnung erstmals an einen Musiker.

Am 25. Juni 1989 verstarb Peter Mohr, dem es gelungen war, Meldorf zu einem kirchenmusikalischen Zentrum zu machen, das weit über seine Grenzen hinaus strahlt, im Alter von nur 64 Jahren in seinem Haus in Nindorf.


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