Kulturpreis 1990

Jens Rusch

Rusch Jens 200 pix hoch

Geboren Mittwoch, 26. April 1950, im damaligen Fischerdorf Neufeld bei Brunsbüttel verschrieb sich der spätere Kulturpreisträger nach einer Lehre als Elektriker zunächst der Malerei. Jens Rusch schaffte den Weg vom Autodidakten zum anerkannt gewürdigten akribischen Handwerker, Meisterradierer, Zeichner und Graphiker, der für sein künstlerisches Wirken mit dem Kulturpreis 1990 des Kreises Dithmarschen ausgezeichnet wurde.

Daneben anerkannte die Jury mit Urkunde und Preisgeld in Höhe von 2000 DM, dass der Künstler "durch persönliche Initiative viel Bewegung in die Kulturlandschaft Dithmarschens gebracht" habe.

In der Laudatio lobte Dr. Gerd Röper, Museumsleiter aus Itzehoe:

seine "in strengem Realismus gehaltenen Werken mit Satire, Ironie, tieferer Bedeutung, Literarischem und Erotischen". Rusch wende sich an den Einzelnen und lege ein menschliches Maß an. Dabei bewege er sich völlig frei bei der Auswahl von Themen. Röper: "Das zeichnet einen freien Maler aus."

Als "Kulturinitiator", so Landrat Hans-Jakob Tiessen im Heider Kreistagssitzungssaal, schöpfe Jens Rusch viele Ideen aus seiner Heimat Dithmarschen. Der Gastgeber bescheinigte ihm: "Der größte Teil war Fleiß. Der Schritt vom jungen, unbekümmerten Zeichner bis hin zum Meister war voll Mühe." Der Kulturpreisträger habe etwas aus sich gemacht - und das ohne staatliche Hilfe. Dem Künstler sei sein zeichnerisches Talent entgegengekommen, als er in Spanien - Werkschüler von Professor Eberhard Schlotter - Radieren erlernte.

Für Rusch, so Rusch, bedeutete der Kulturpreis:

Aufgerückt zu sein "in die Nachbarschaft der Menschen, die einen großen Teil ihrer Kraft und ihres Wissens diesem Lebensraum geopfert haben". Gleichwohl wies er in seinem Dankeswort auf die neue Generation junger Künstlerinnen und Künstler in Dithmarschen hin, für die es nach seinen eigenen Worten keine wirksame Förderung mehr gebe - in Dithmarschen fehle der "wirkliche Nährboden für kreativen Idealismus". "Ein eigentümliches Desinteresse", das zum Abwandern der Künstler führe, fließe sich, so orakelte Rusch, "möglicherweise aus einer besonderen Ausformung der Geopsyche erklären". Der Lösungsvorschlag des Kulturpreisträgers: In Dithmarschen "themengebunde Stipendien" für den Nachwuchs schaffen.


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