Energie und Klimaschutz

Aktuelles - April 2019

Halbzeit-Bilanz beim Projekt "Plietsch fürs Klima"

HEIDE. Seit April 2017 unterstützt „Plietsch fürs Klima“ Schulen und Kindertageseinrichtungen bei ihrem Einsatz, Ressourcen zu sparen und das Klima zu schützen. Bereits 34 Bildungsein-richtungen aus dem gesamten Kreis Dithmarschen machen beim Nachhaltigkeitsprojekt mit. Über 200 Aktionen in zwei Jahren konnten bisher umgesetzt werden. Anna Reinker und Daniel Weinreich vom Klimaschutzmanagement für Bildung des Kreises Dithmarschen koordinieren „Plietsch fürs Klima“. Das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit geförderte Projekt läuft bis zum März 2021.

Nach rund zwei Jahren bilanziert Anna Reinker: „Wenn die Kinder oder Jugendlichen Ideen und Spaß haben, motiviert sind und viele unserer Kontaktpersonen an den Einrichtungen unsere Angebote rege nutzen, dann wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Unter dem noch sperrigen Titel „Einführung von Energie-sparmodellen an Dithmarscher Bildungseinrichtungen“ star-tete das Vorhaben. Mitte 2018 haben die teilnehmenden Kitas und Schulen „Plietsch fürs Klima“ als neuen Namen ausgewählt. „Der neue Name trifft unser Anliegen auf den Punkt: Klimaschutz beginnt im Kopf und erfordert unsere Kreativität in der Umsetzung. Und besonders die Kleinen können sich den neuen Namen besser merken“, sagt Daniel Weinreich.

Viel Spaß am praktischen Lernen und aktiven Klimaschutz

Klimaschutz ist keine Frage des Alters. Gerade junge Men-schen können komplizierte Vorgänge und abstrakte Zu-sammenhänge verstehen, wenn sie einfach und praxisnah erläutert werden. Diese Strategie verfolgt „Plietsch fürs Klima“ und zeigt, wie aktiver Klimaschutz im Alltag geht. Denn wer bereits einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leistet, ist auch motiviert, noch mehr zu tun. Weinreich betont: „Wir haben nicht nur weiterführende Schulen im Projekt, sondern auch Kitas und Grundschulen. Gerade Kinder können gut einfache Verhaltensregeln verinnerlichen, mit denen sie im Alltag das Klima schützen.“

Von Beginn an sind auch die Träger der teilnehmenden Bil-dungseinrichtungen in das Projekt integriert. Zum Beispiel prämieren sie die Kindertageseinrichtungen und Schulen, die sich an den Aktivitäten von „Plietsch fürs Klima“ beteiligen.

Um das Prämiensystem zu erproben und das Unterstützungs-angebot für die Einrichtungen zu verbessern, fand ab Sep-tember 2017 eine Modellphase an der Grundschule Wessel-buren und dem Gymnasium Marne statt. Die dort gesammel-ten Erfahrungen, wie die Einbindung des Projekts in den Re-gelunterricht, flossen in den weiteren Prozess ein und finden sich zum Beispiel im Ideen- und im Materialpool wieder, die Anregungen für Aktivitäten und Unterrichtsmaterialien bieten.

Anna Reinker und Daniel Weinreich freuen sich über den guten Start von »Plietsch fürs Klima«. Foto: Kreis Dithmarschen

Anna Reinker und Daniel Weinreich freuen sich über den guten Start von »Plietsch fürs Klima«. Foto: Kreis Dithmarschen

Über 200 Aktionen: Energierundgang, Theater und Co.

Ob Energierundgänge an Schulen oder Mitmachtheater – insgesamt über 200 Aktionen in zwei Jahren initiierte „Plietsch fürs Klima“. Weinreich freut sich über den guten Projektstart: „Vor allem hat sich auch bestätigt, wie wichtig es ist, die Bil-dungseinrichtungen individuell zu unterstützen. Wir möchten, dass jede Einrichtung ihre eigenen Ideen verwirklichen kann, denn von dieser Vielfalt profitiert das ganze Projekt.“

Fast 50 Energierundgänge in den Bildungseinrichtungen gab es seit dem Start von „Plietsch fürs Klima“. Beim Energierund-gang lernen die Kinder und Jugendlichen die Strom- und Heizversorgung des eigenen Gebäudes überhaupt erst ken-nen. Durch aufmerksames Suchen mit Hilfe von Messgeräten werden versteckte „Energiefesser“ ausfindig gemacht. Eine weitere beliebte Aktion sind die Energiedetektive, die zum Beispiel kontrollieren, dass das Licht beim Verlassen der Unter-richtsräume ausgeschaltet wird und die Türen in den Heizmo-naten geschlossen sind. Auch haben sich Energieteams an einzelnen Schulen gebildet: Sie bündeln Ideen und Vorhaben rund um den Klimaschutz. Bei der Lüftungs-Nebelaktion wer-den plietsche Tipps für das richtige Lüften und Heizen in den Wintermonaten gegeben.

Besondere Höhepunkte des Projektes sind die gemeinsamen Veranstaltungen: An Jugendliche richtete sich der „Tag der Erneuerbaren Energien“ im November 2018: Rund 160 junge Forscher*innen testeten gemeinsam mit Expert*innen aus der Erneuerbaren-Energie-Branche Strom aus Wind, Sonne und Biomasse. Beim Mitmachtheater „Jan Hinnerk und das Klima-versprechen“ vom Büro für Naturetainment im Dezember 2018 waren rund 350 Erst- und Zweitklässler*innen dabei. Au-ßerdem gibt es für Lehrkräfte sowie Erzieher*innen regelmäßig Workshops. Dieses Jahr ist eine Erweiterung des Angebots be-reits in Arbeit.

Klimaschutz – zum Nachmachen empfohlen

In 2019 freuen sich Anna Reinker und Daniel Weinreich be-sonders auf die Prämierungen der teilnehmenden Bildungs-einrichtungen: Dabei werden die jungen Klimaschützer*innen vor Ort von den Trägern der Bildungseinrichtungen mit einem Scheck und Sachgeschenken geehrt.

Anna Reinker sagt: „Es ist ganz wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen Erfolge erleben und Bestätigung für ihr vorbild-liches Handeln erfahren. So sind sie motivierter und hoffentlich steckt das dann noch viele zur Nachahmung an.“

Für die Projektkoordinierenden an den Bildungseinrichtungen gibt es außerdem noch eine gemeinsame Würdigung durch Landrat Stefan Mohrdieck am 3. Juni 2019 im Kreishaus in Heide. Die Bildungseinrichtungen bekommen dieses Jahr zur Unterstützung Sachmittel wie Messgeräte und Bücher, geför-dert durch die Träger und das Bundesministerium für Umwelt.

Bei weiteren Fragen steht das Klimaschutzmanagement für Bildung des Kreises Dithmarschen zur Verfügung: Daniel Wein-reich (Tel.: 0481/97-1377) und Anna Reinker (0481/97-1431); E-Mail: plietschfuersklima@dithmarschen.de.

Weitere Informationen zu „Plietsch fürs Klima“ gibt es auf der Internetseite www.dithmarschen.de unter dem Link „Informa-tionen beschaffen - Energie und Klimaschutz“.