Klimaschutz im (Bildungs-)Alltag integrieren

Kinder und Jugendliche können das Klima schützen. Alltäglich gehen sie im Kindergarten oder der Schule mit Strom und Wärme, Abfall oder Nahrung um. In diesem Umfeld können Kinder und Jugendliche praxisnahe und selbstwirksame Erfahrungen sammeln. Dabei verinnerlichen sie frühzeitig, nachhaltig mit ihrer und unserer Umwelt umzugehen.

Dies möchte das Projekt „Plietsch fürs Klima“ fördern: Vom Kindergarten über die Grundschule und weiterführende Schule bis hin zum Berufszentrum engagieren sich die teilnehmenden Bildungseinrichtungen für den aktiven Klimaschutz in Dithmarschen. Unterstützt werden sie durch eine Prämie ihres Trägers.

Das Klimaschutzmanagement des Kreises Dithmarschen steht den Kindertagesstätten und Schulen dabei als Projektinitiator beratend zur Seite. Seit Frühjahr 2017 läuft das vom Bund geförderte Vorhaben. Entstanden ist das Projekt unter dem offiziellen Titel: „Einführung von Energiesparmodellen an Dithmarscher Bildungseinrichtungen“ aus dem Handlungsfeld Bildung des Integrierten Klimaschutzkonzept (IKK) des Kreises Dithmarschen.

Bis jetzt nehmen 34 Bildungseinrichtungen aus Dithmarschen an der Kooperation teil. Interessierte Einrichtungen können gerne Kontakt aufnehmen.

Schüler des Gymnasiums Marne inspizieren die Energieverbräuche mittels einer Wärmebildkamera beim Energierundgang zusammen mit dem Klimaschutzexperten Daniel Weinreich und dem Projektkoordinator des Gymnasiums Marne Jan Möller. Foto: Kreis Dithmarschen

Schüler des Gymnasiums Marne inspizieren die Energieverbräuche mittels einer Wärmebildkamera beim Energierundgang zusammen mit dem Klimaschutzexperten Daniel Weinreich und dem Projektkoordinator des Gymnasiums Marne Jan Möller. Foto: Kreis Dithmarschen

  • Klimaschutz im (Bildungs-)Alltag integriern

    Licht ausschalten, wenn man den Raum verlässt oder effizient heizen und lüften – kleine Maßnahmen können bereits viel für den Klimaschutz bewirken. Das erfahren Kinder und Jugendliche praktisch und lebensnah dank des Bildungsprojektes „Plietsch fürs Klima“.

    In dem Kooperationsprojekt arbeiten Bildungseinrichtungen, Träger und der Kreis Dithmarschen zusammen. Kinder und Jugendliche sollen möglichst frühzeitig für den Klimaschutz sensibilisiert und auf die zukünftigen, komplexen Herausforderungen vorbereitet werden. Ihnen soll auf altersgerechte Art und Weise gezeigt werden, wie und wo sie selber konkret die Umwelt schützen können. Auch lernen sie, dass Klimaschutz eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Die Projektideen stehen im Kontext einer „Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)“.

    Ein weiterer Aspekt des Projektes ist die Verbreitung des Nachhaltigkeitsgedankens: Kinder und Jugendliche lernen in der Schule, wie sie zum Beispiel Strom bewusst einsetzen und dadurch sparen können. Dieses Wissen geben sie an ihre Eltern und Freunde weiter. So erreicht das Projekt dank der Kinder und Jugendlichen als Multiplikatoren viele Zielgruppen.

    Langfristig soll das Thema angewandter Klimaschutz an den Bildungseinrichtungen über den Projektzeitraum hinaus etabliert werden. Zum Gelingen trägt ab 2019 auch das Starterpaket bei. Dadurch erhalten die Bildungseinrichtungen u.a. Literatur, Experimente und Unterrichtsmaterialien.

  • Beispiele für Aktionen

    Vielfältig lassen sich an Schulen und Kindertagesstätten Aktionen und damit Aktivitäten zum Klimaschutz umsetzen. Zur Veranschaulichung werden exemplarisch folgende Aktivitäten vorgestellt.


    Das Energieteam
    Ein Energieteam ist ein kleines Planungsteam zur Koordinierung der schulischen Aktivitäten. Es kann sich aus Kindern und Jugendlichen, der Koordinatorin und Koordinatoren, ggf. anderen Pädagoginnen und Pädagogen sowie nach Möglichkeit dem Gebäudemanagement zusammensetzen.

    Durch die bunte Zusammensetzung sind viele Interessen und Kenntnisse gebündelt. Kernaufgabe ist die Koordinierung und die Motivation zur Durchführung von Klimaschutzaktivitäten. Durch das Einbeziehen der Kinder und Jugendlichen stehen deren Ideen im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Fokus.


    Die Energiedetektive
    Die Energiedetektive sorgen dafür, dass Energie nur dort verbraucht wird, wo diese auch genutzt wird. So kontrollieren sie z.B. in den Pausen, ob das Licht in den Unterrichtsräumen ausgeschalten worden ist und die Türen in den Heizmonaten geschlossen sind. Die Kinder und Jugendlichen, die diese Aufgabe übernehmen, können auch durch Hinweisschilder ihre gesamte Kita oder Schule über Energiespartipps und -hinweise auf gestalterische Art und Weise informieren (Energiesparplakate). So kann ein bewusster Umgang in den Bildungsalltag integriert werden.


    Der Energierundgang
    Beim Energierundgang in den Bildungseinrichtungen lernen die Kinder und Jugendlichen das eigene Gebäaude besser kennen: Wo befindet sich überhaupt die Heizungsanlage unserer Schule? Welche Temperaturen haben unsere Flure, Gruppenräume und die Mensa? Der Rundgang eignet sich sowohl für die gesamte Klasse als auch für Kleingruppen. Mit Hilfe von Messgeräten können die Temperatur, die Lichtstärke und die Luftqualität gemessen werden. Durch aufmerksames Suchen werden versteckte „Energiefresser“ ausfindig gemacht (z.B. Geräte im Standby-Modus).


    Das Ernährungsprojekt
    Auch Aktivitäten aus anderen Bereichen sollen durch „Plietsch fürs Klima“ im Sinne einer ganzheitlichen Bildung, der Bildung für Nachhaltige Entwicklung, gefördert und unterstützt werden. Sie fördern das allgemeine Umweltbewusstsein, das großen Einfluss auf die Motivation hat, das Klima zu schützen. So kann z.B. durch ein Ernährungsprojekt neben der Klimarelevanz auch auf die Lebensmittelverschwendung, der Umgang mit Nahrungsmitteln und regionalen Produkten eingegangen werden.

  • Prämie für einen nachhaltigen Umgang

    Wenn Kinder und Jugendliche das Klima schützen, indem sie durch ihr Nutzerverhalten Energie und Wasser sparen, werden die Betriebskosten der Träger reduziert. Diese Ersparnis soll als Prämie und zusätzliche Motivation zurück zu den Bildungseinrichtungen fließen. Dabei sollen die Aktivitäten der Kinder und Jugendlichen prämiert werden, um einen pädagogischen Schwerpunkt zu setzen. Am Ende eines jeden Schul- bzw. Kitajahres sollen die Bildungseinrichtungen vom Träger für ihre nachhaltigen Aktivitäten mit einer Prämie gewürdigt werden.

  • Partner-Netzwerk

    Die Teilnahme am Projekt und somit dem Prämiensystem ist freiwillig. Grundlage für die gemeinsame Zusammenarbeit bildet eine Vereinbarung zwischen den Projektpartnern Bildungseinrichtung, Träger und Klimaschutzmanagement für Bildung.

    Kontaktpersonen dienen dabei als Bindeelement zwischen den drei Akteuren. So berichtet die Bildungseinrichtung dem Klimaschutzmanagement und dem Träger über die durchgeführten Aktivitäten. Diese Erfahrungen fließen in einen Ideen- und Materialpool ein, der anderen Schulen und Kitas zur Verfügung gestellt werden soll. Vorteile für die teilnehmenden Bildungseinrichtungen: Dieser Wissensaustausch kommt allen Kindern und Jugendlichen zu Gute.

    Außerdem können die Aktivitäten prämiert werden. Die Ansprechperson des Schulträgers gibt wiederrum Auskünfte zum Energieverbrauch der Bildungseinrichtung und Änderungen an Gebäude oder Technik. Bei einem jährlichen Resümee zwischen den Akteuren können die Erfahrungen, Wünsche und Anregungen ausgetauscht werden.

  • Klimaschutzmanagement unterstützt und berät

    Daniel Weinreich und Anna Reinker vom Kreis Dithmarschen koordinieren das Projekt als Klimaschutzmanagerin bzw. Klimaschutzmanager für Bildung.

    Sie unterstützen die Bildungseinrichtungen mit Anregungen und Unterrichtsmaterialen. So werden die einzelnen Pläne und Erfahrungen in einem Ideen- und Materialpool gebündelt, der die Bildungseinrichtungen bei der Umsetzung der Aktivitäten unterstützen soll. Zusätzlich bietet das Klimaschutzmanagement z. B. gemeinsame (Energie-)Rundgänge oder ein Energiemonitoring an. Zukünftig sollen Austausch- und Fortbildungsangebote und eine nachhaltige Organisationsinfrastruktur geschaffen werden, die ein Fortlaufen der Aktivitäten auch nach 2021 unterstützt.


    Ziel ist es, Kinder und Jugendliche für den Klimaschutz zu sensibilisieren. Auch außerhalb der KiTa oder Schule sollen sie ermutigt werden, das Erlernte anzuwenden und mit Familie und Freunden darüber reden.


    Interessierte können sich gerne unter der Email-Adresse: plietschfuersklima@dithmarschen.de oder bei Daniel Weinreich (Telefon:0481/971377) oder Anna Reinker (Telefon: 0481/971431) melden.

  • Teilnehmende Bildungseinrichtungen

    An dem Projekt nehmen zurzeit 34 Bildungseinrichtungen teil (Stand: August 2018).


    Kindertageseinrichtungen
    Kita Löwenherz
    Kindertagesstätte Löwenzahn
    Kindertagesstätte Spatzennest
    Kindergarten Wichtelhaus
    Watt’n Kindergarten und Familienzentrum Süderdeich

    Grundschulen
    Eiderschule Dellstedt/Pahlen (Standort Pahlen)
    Eiderschule Dellstedt/Pahlen (Standort Dellstedt)
    Grundschule Bargenstedt-Schafstedt (Standort Schafstedt)
    Grundschule Bargenstedt-Schafstedt (Standort Bargenstedt)
    Grundschule Hennstedt
    Grundschule Wesselburen (Standort Wesselburen)
    Klaus-Groth-Schule Heide
    Schule am Meer
    Schulen am Moor (Standort Süderholm)
    Schule am Moor (Standort Ostrohe)
    Wulf-Isebrand-Schule Grundschule Albersdorf-Bunsoh (Standort Bunsoh)
    Wulf-Isebrand-Schule Grundschule Albersdorf-Bunsoh (Standort Albersdorf)

    Förderzentren
    Friedrich-Elvers-Schule (Standort Heide)
    Friedrich-Elvers-Schule (Standort Wesselburen)
    Friedrich-Elvers-Schule (Standort Hennstedt)
    Förderzentrum Süderdithmarschen, Außenstelle Albersdorf
    Förderzentrum Süderdithmarschen, Hauptstelle Meldorf

    Gemeinschaftsschulen
    Eider-Nordsee-Schule Hennstedt/Wesselburen (Standort Wesselburen)
    Eider-Nordsee-Schule Hennstedt/Wesselburen (Standort Hennstedt)
    Gemeinschaftsschule Heide-Ost
    Klaus-Groth-Schule Heide
    Schule am Meer

    Gymnasien
    Gymnasium Heide-Ost
    Gymnasium Marne Europaschule
    Meldorfer Gelehrtenschule
    Schule am Meer
    Werner-Heisenberg-Gymnasium

    Berufsbildungszentren
    BerufsBildungsZentrum Dithmarschen (BBZ), Standort Heide
    BerufsBildungsZentrum Dithmarschen (BBZ), Standort Meldorf

    Aktionstage zum Thema Energie und Umwelt vor den Osterferien an der Grundschule Wesselburen: Die Schülerinnen und Schüler um Projektleiterin Astrid Mangels basteln Vulkane. Dabei lernen die Kinder, dass Energie einen Wert hat. Foto: Kreis Dithmarschen

    Aktionstage zum Thema Energie und Umwelt vor den Osterferien an der Grundschule Wesselburen: Die Schülerinnen und Schüler um Projektleiterin Astrid Mangels basteln Vulkane. Dabei lernen die Kinder, dass Energie einen Wert hat. Foto: Kreis Dithmarschen
  • Kontakt

    Gerne melden Sie sich bei Fragen, weiteren Auskünften und Anregungen zu „Plietsch fürs Klima“ beim Kreis Dithmarschen (plietschfuersklima@dithmarschen.de).

    Ihre Ansprechpartner ist das Klimaschutzmanagement für Bildung: Sie erreichen Anna Reinker telefonisch unter der Nummer 0481-971431 (anna.reinker@dithmarschen.de). Daniel Weinreich ist unter 0481-971377 für Sie da (daniel.weinreich@dithmarschen.de).


    Wir freuen uns auf Ihre Anfragen.

  • Förderung

    Die Koordination des Gesamtprojekts durch das Klimaschutzmanagement für Bildung ist vom April 2017 bis März 2021.

    Gefördert wird das Projekt zu 90 Prozent im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

    Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten.

    Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen.

    Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zur Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

    Logo BMU Klimaschutzinitiative

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