Kinder und Jugendliche schützen aktiv das Klima!

Bildung kann ein wichtiger und effektiver Beitrag zum Klimaschutz sein. Doch oftmals liegt der Fokus auf den Ursachen und Folgen des Klimawandels und darauf, Wissen zu vermitteln. Das allein ist jedoch nicht genug, um Kinder und Jugendliche zu mehr Nachhaltigkeit zu motivieren.

Handeln beeinflusst das Klima

Deswegen ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche erfahren, dass ihr Handeln einen Einfluss auf das Klima hat. Im Alltag können sie etwas dazu beitragen: Zum Beispiel können sie für den Schulweg das Rad nutzen oder mit Frischhaltedosen für das Pausenbrot Abfälle. Durch das Reflektieren von Alltagssituationen lernen sie frühzeitig, bewusster mit ihrer und unserer Umwelt umzugehen.

Mobilität, Ernährung und Energieverbrauch

Hier setzt das Bildungsprojekt „Plietsch fürs Klima: Gelebter Klimaschutz an Dithmarscher Bildungseinrichtungen“ an. Es ist in seiner Größe und der Anzahl von ungefähr 10.000 teilnehmenden Kindern und Jugendlichen einmalig in Schleswig-Holstein. Der Fokus der Klimaschutzaktionen liegt auf den Themenbereichen Mobilität und Ernährung. Außerdem werden die Themen Energie-, Wasser-, und Wärmeverbrauch abgedeckt. Vom Kindergarten über die Grundschule und weiterführende Schule bis hin zum Berufszentrum engagieren sich die 34 teilnehmenden Bildungseinrichtungen für den aktiven Klimaschutz in Dithmarschen. Unterstützt werden sie durch eine Prämie ihrer Träger. Das Klimaschutzmanagement für Bildung den Bildungseinrichtungen als Projektinitiator beratend zur Seite.

Erfolgsgeschichte geht weiter

Das Projekt entstand aus dem vorherigen Erfolg des vom Bund geförderten Projekts „Plietsch fürs Klima: Einführung von Energiesparmodellen an Dithmarscher Bildungseinrichtungen“, das von 2017 bis 2021 lief.

Das jetzige Projekt wird aus EU-Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) über die Aktivregionen Dithmarschen und Eider-Treene-Sorge gefördert und läuft von 2021 bis 2023.

Website des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND): https://eler.schleswig-holstein.de

Website der Kommission für die Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums 2014-2020: https://ec.europa.eu/agriculture/rural-development-2014-2020/index_de.htm


Förderung

  • Projektziele

    Erzeugen von Bewusstsein zum Thema Klimawandel, Klimaschutz und Klimaanpassung

    Bevor Kinder und Jugendliche etwas gegen die Klimakrise unternehmen können, ist es wichtig, dass sie sie besser verstehen. Der Klimawandel ist komplex und eng mit unserem Verhalten, unseren Institutionen und unserer Wirtschaft verbunden. Unser Handeln hat also in jedem Moment einen individuellen Einfluss auf das Klima.

    Diese Komplexität erfordert zunächst das Verstehen der Grundlagen zu Treibhausgasen, um dann auch unseren Konsum als wichtige Ursache des Klimawandels und die Verknüpfung mit Aspekten wie Umweltgerechtigkeit zu erkennen. Dieser systemische Ansatz ist im Projekt Plietsch fürs Klima besonders wichtig. Die Komplexität variiert mit dem Alter der Kinder und Jugendlichen und jedes Thema wird unterschiedlich für Kitas, Grundschulen und weiterführende Schulen aufbereitet.

    Stärkung der Selbstwirksamkeit von Kindern und Jugendlichen

    Über den Klimawandel zu lernen, kann für Kinder und Jugendliche oft überfordernd sein und sie können sich hilflos fühlen im Angesicht der Krise. Das Projekt möchte ihnen Möglichkeiten in ihrem Handeln aufzeigen. Indem sie eigene Ideen für den Klimaschutz an ihren Bildungseinrichtungen umsetzen, stärken sie ihr Selbstbewusstsein und ihre Selbstwirksamkeit. So bauten die Schüler*innen der Friedrich-Elvers-Schule Heide gemeinsam mit dem Klimaschutzmanagement ein Insektenhotel, das jetzt vor dem Kreishaus in Heide steht. Einige Schüler*innen fahren regelmäßig daran vorbei und sehen den Beitrag, den sie für den Schutz von Insekten geleistet haben. Auch gemeinsame Aktionen wie die Erstellung eines Projektvideos, das auf die Aktivitäten an den Bildungseinrichtungen zurückblickt zeigt den Kindern und Jugendlichen, was sie alles erreicht haben und stärkt ihr Selbstbewusstsein.

    Förderung und Weiterbildung von Pädagog*innen

    Die teilnehmenden Lehrkräfte und Pädagog*innen sind zentral im Projekt. Sie geben Wissen und Werte an ihre Schüler*innen weiter, in ihren Unterrichtseinheiten und darüber hinaus. Das Klimaschutzmanagement möchte ihnen dabei helfen, Klimaschutz in ihrem Unterricht einzubinden, es möchte ihre Bildungsarbeit unterstützen und ihnen Ideen an die Hand geben, wie sie über die Klimakrise sprechen können. Hierfür finden in jedem Jahr Austauschtreffen für die Pädagog*innen statt. Dies ist wichtig, damit die Klimaschutzinhalte auch nach Projektende fest in den Bildungseinrichtungen integriert werden.

    Nutzen des Multiplikator*inneneffekts

    Kinder und Jugendlichen lernen in der Schule und Kita Inhalte zu Wasser, Strom, Wärme, Ernährung und Mobilität. Diese Erkenntnisse tragen sie in ihr weiteres Umfeld, in ihre Freundeskreise und Familien, die damit auch zum Klimaschutz motiviert und inspiriert werden können. Kinder, die sich im Kindergarten mit dem Thermostat beschäftigt haben, achten zum Beispiel Zuhause darauf, dass es vor dem Öffnen des Fensters abgestellt wird. So verbreitet sich sowohl Wissen, als auch Handlungsweisen in der gesamten Gesellschaft.

    Projektgestaltung im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung

    Die Bildung für nachhaltige Entwicklung, die als theoretische Grundlage des Projekts dient, verfolgt einen systemischen Ansatz. Dieser beinhaltet, dass sich die Kinder und Jugendlichen kritisch mit der Welt um sie herum auseinandersetzen, ihre eigene Rolle darin erkennen und ihre Werte hinterfragen. Sie beschäftigen sich mit Problemen in der Umwelt, der Gesellschaft und der Wirtschaft und denken gemeinsam über Lösungen dafür nach. Hier ist es vor allem wichtig, dass die Lernenden im Vordergrund stehen und bestimmen können, womit sie sich beschäftigen wollen.

  • Organisation des Projekts

    Im Projekt arbeiten Klimaschutzmanagement, Bildungseinrichtungen und Träger eng zusammen. Die Träger haben aufgrund der Klimaschutzaktivitäten an den Bildungseinrichtungen geringere Betriebskosten für Wärme, Strom und Wasser. Diese Einsparungen bilden die Grundlage für das Prämiensystem im Projekt.

    Jeder Träger legt am Projektbeginn für jede Schule und Kita eine maximale Prämie fest, die ausgezahlt werden kann. Die Bildungseinrichtungen berichten ihnen zum Beginn jedes Jahres, wie viele Klimaschutzaktionen im Vorjahr stattgefunden haben. Daran orientiert werden die Prämien berechnet. Desto mehr Projekttage, Workshops und gemeinsame Aktionen stattgefunden haben, desto mehr Energieteams es gibt, desto mehr Hinweisschilder für den Klimaschutz aufgehängt wurden, desto höher die Prämie.

    Die Prämie wird von den Bildungseinrichtungen flexibel genutzt für zum Beispiel das Anlegen eines Schulgartens, die Installation eines Insektenhotels oder für die Anschaffung von Messgeräten und Büchern zum Klimaschutz.

    Das Klimaschutzmanagement unterstützt die Bildungseinrichtungen pädagogisch und inhaltlich. Es organisiert z. B. Unterrichtseinheiten mit Forscher*innen zum Thema Klimaschutz und Tiefsee, zur Arktis oder zum Wattenmeer. Es führt Energierundgänge und Workshops zu den Projektschwerpunkten durch und organisiert Aktionstage. Außerdem erstellt es zahlreiche Leitfäden zum Wasser-, Strom- und Energiesparen und zur Bildung für nachhaltige Entwicklung für Kinder und Pädagog*innen.

  • Aktivitäten an den Bildungseinrichtungen

    Energieteams

    Ein Energieteam ist ein kleines Planungsteam zur Koordinierung der Klimaschutzaktivitäten an den Schulen. Darin engagieren sich Kinder und Jugendliche, Koordinierende, Pädagog*innen und nach Möglichkeit das Gebäudemanagement. Durch diese Zusammensetzung werden viele verschiedene Interessen vertreten und Kenntnisse zusammentragen. Kernaufgabe der Energieteams ist die Koordinierung und die Motivation zur Durchführung von Klimaschutzaktivitäten. Durch das Einbeziehen der Kinder und Jugendlichen stehen deren Ideen im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Fokus.

    Die Energiedetektive

    Die Energiedetektive sorgen dafür, dass Energie nur dort verbraucht wird, wo diese auch genutzt wird. So kontrollieren sie z. B. in den Pausen, ob das Licht in den Unterrichtsräumen ausgeschalten worden ist und die Türen in den Heizmonaten geschlossen sind. Die Kinder und Jugendlichen, die diese Aufgabe übernehmen, können auch durch Hinweisschilder oder Energiesparhinweise ihre Mitschüler*innen auf den Klimaschutz aufmerksam machen und ihn somit zu einem festen Bestandteil des Bildungsalltags machen.

    Tag der plietschen Ernährung

    Der Tag der plietschen Ernährung ist aus dem Wunsch der Bildungseinrichtungen entstanden, noch mehr auf den Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimawandel einzugehen. Am 1. September finden in jedem Jahr zahlreiche Aktionen an den Schulen und Kitas statt: Es gibt Stationsarbeiten, die Kinder und Jugendlichen kochen gemeinsam vegetarisch, frühstücken zusammen und beschäftigen sich im Unterricht mit Essen und Klima. Im Jahr 2021 liegt der Fokus des Tages auf regionaler und saisonaler Ernährung.

    Klima- und Energietag

    Der Klima- und Energietag entstand aus der Zusammenarbeit der Projektkoordination von Plietsch fürs Klima und der Klimaschutzmanagerin des Kreises. Der Tag hat stets einen bestimmten Fokus, der durch Experimente, Vorträge und Gruppenarbeiten thematisiert wird. Im Jahr 2020 fand er zum ersten Mal digital statt und brachte so 300 Kinder und Jugendliche aus sechs Schulen aus ganz Dithmarschen zusammen.

    Unterrichtseinheiten mit Expert*innen

    Vor allem zu Zeiten, in denen kein Präsenzunterricht möglich war, organisierte das Klimaschutzmanagement Vorträge von Expert*innen, die unter anderem zu den Themen Klimawandel und Tiefsee oder Klimawandel und Wattenmeer sprachen. So konnten zahlreiche Kinder und Jugendliche auch trotz Homeschooling dabei sein.

    Energierundgänge und Workshops

    Die vom Klimaschutzmanagement entwickelten Energierundgänge zeigen den Kindern und Jugendlichen unter anderem die Funktionsweise der Heizungsanlage. Die Schüler*innen gehen auf eine Entdeckungsreise, um herauszufinden, wo an ihren Schulen Strom verbraucht wird und der Verbrauch reduziert werden kann. Auch die Themenbereiche Ernährung und Mobilität werden mit altersgerechten Workshops abgedeckt.

  • Förderung

    Das Projekt wird über die Aktivregionen Dithmarschen und Eider-Treene-Sorge im Rahmen des Landesprogramms ländlicher Raum (LPLR) mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert.
    Projektname: Gelebter Klimaschutz an Dithmarscher Bildungseinrichtungen

    Website des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND): https://eler.schleswig-holstein.de

    Website der Kommission für die Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums 2014-2020: https://ec.europa.eu/agriculture/rural-development-2014-2020/index_de.htm


    Förderung

  • Teilnehmende Bildungseinrichtungen

    Folgende Bildungseinrichtungen sind beim Projekt
    dabei (Stand: Juli 2021):


    Kindertagesstätten

    Kita Löwenherz
    Kita Löwenzahn
    Kita Kleiner Anker
    Kita Wichtelhaus
    Watt’n Kindergarten und Familienzentrum Süderdeich
    Ev.-Luth. Kita Jakobus
    Kita Schatzkiste

    Grundschulen

    Eiderschule Dellstedt/Pahlen (Standort Pahlen)
    Eiderschule Dellstedt/Pahlen (Standort Dellstedt)
    Grundschule Bargenstedt-Schafstedt (Standort Schafstedt)
    Grundschule Bargenstedt-Schafstedt (Standort Bargenstedt)
    Grundschule Hennstedt
    Watt'n Meer School (Standort Wesselburen)
    Klaus-Groth-Schule Heide
    Schule am Meer (Büsum)
    Schulen am Moor (Standort Süderholm)
    Grundschule Lüttenheid (Heide)

    Förderzentren

    Friedrich-Elvers-Schule (Standort Heide)
    Friedrich-Elvers-Schule (Standort Wesselburen)
    Friedrich-Elvers-Schule (Standort Hennstedt)
    Förderzentrum Süderdithmarschen, Außenstelle Albersdorf
    Förderzentrum Süderdithmarschen, Hauptstelle Meldorf

    Gemeinschaftsschulen

    Eider-Nordsee-Schule Hennstedt/Wesselburen (Standort Wesselburen)
    Eider-Nordsee-Schule Hennstedt/Wesselburen (Standort Hennstedt)
    Klaus-Groth-Schule Heide
    Schule am Meer

    Gymnasien

    Gymnasium Heide-Ost
    Gymnasium Marne Europaschule
    Meldorfer Gelehrtenschule
    Schule am Meer
    Werner-Heisenberg-Gymnasium
    Gymnasium Brunsbüttel

    Berufsbildungszentren

    BerufsBildungsZentrum Dithmarschen (BBZ), Standort Heide
    BerufsBildungsZentrum Dithmarschen (BBZ), Standort Meldorf

  • Kontakt

    Die Projektkoordinatorin, Juliane Höhle, ist unter plietschfuersklima@dithmarschen.de oder unter juliane.hoehle@dithmarschen.de zu erreichen, sowie telefonisch unter 0481 97 1377.

    Zudem finden sich Informationen zu den Aktivitäten des Projekts und des Klimaschutzmanagements des Kreises auf dem gemeinsamen Instagram-Account @klimaschutzdithmarschen.

    Juliane Höhle Foto: Kreis Dithmarschen

    Juliane Höhle Foto: Kreis Dithmarschen
  • Dokumente zum Download

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