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25. Dithmarscher Kohltage: Neustart in Grün


DITHMARSCHEN (pid). Als vor 25 Jahren die Dithmarscher Kohltage von Peter Quirin und seinen Mitstreitern erfunden wurden, bedeutete das für die Gemüseanbauer  im Westküstenkreis zusammen mit dem Hotel- und Gaststättenver-band einen Neustart in Grün. Der Grund für diesen innovativen Weg: Es gab seinerzeit zu viel Kohl auf dem deutschen Markt. Die Preise befanden sich in Talfahrt. 500 Gemüseanbauer im marktfernen Dithmarschen erwarteten Verluste in Millionenhöhe. Experten befürchteten das Ende des Dithmarscher Gemüseanbaus. Landrat Dr. Jörn Klimant über den erfolgreichen Relaunch: „Die Antwort gab ein neues Marketing-Konzept: Esst Kohl aus Dithmarschen!“

Schon der Wesselburener Gärtner Eduard Lass, der am 27. Dezember 1924 im Alter von 65 Jahren starb, hatte unter-nehmerische Weitsicht bewiesen.  Als Pionier der Forschung im Gemüseanbau entdeckte der Dithmarscher Anfang der 1890er Jahre in einer schwierigen Zeit für die Landwirtschaft einen Ausweg aus der Absatzkrise: den Anbau und die Vermarktung von Industriekohl in großem Stil. Sein Dithmar-scher Kohl-Start-up, das auf bescheidenen drei Morgen begann, entwickelte sich vom inhabergeführten innovativen mittelständischen Unternehmen zum 20 Millionen Euro-Geschäft im größten geschlossenen Kohlanbaugebiet Europas.

Landrat Dr. Jörn Klimant: „Wir haben von Lass gelernt. Nach dem Start-up erfolgte vor 25 Jahren der notwendige Relaunch für unseren guten Kohl. Wenn der Abwärtstrend beim Kohlabsatz angehalten hätte, wäre der volkswirtschaftliche Schaden für die Region unabsehbar gewesen. Landwirte hätten die Existenzgrundlage verloren, Zulieferer ihre Aufträge. Dithmarschen hätte nach der Krise auf dem Bausektor und bei den Werften ein neues gravierendes Problem gehabt.“ Nur mit vereinten Kräften von Erzeugern, Händlern und Gastronomen ließ sich das Problem stemmen.

Der Landrat: „Die Botschaft, dass Kohl aus Dithmarschen aus dem größten geschlossenen Kohlanbaugebiet Europas etwas Besonderes ist, hat sich durch Medien und Verbraucherverhalten in 25 Jahren zum zweiten Mal weit herumgesprochen.“ Das grüne Gold aus Dithmarschen ist gefragt.

Bei den zweiten Dithmarscher Kohltagen zauberten die Burger eine Riesenroulade mit 154 Metern Länge. Dafür verarbeiteten sie 12 Zentner Dithmarscher Kohl, 120 Kilogramm Hack, vier Kilo Salz, ein Kilo Pfeffer, ein Kilo Kümmel und 400 Eier. Dazu 20 Kilo Zwiebeln. Hauptorganisator Uwe Harms erinnert sich nach dem Ende der Aktion: „Ich bin vollkommen fertig, aber es war toll.“

Dr. Jörn Klimant: „Kohlaufzucht und -ernte ist Teamarbeit. Zu einem erfolgreichen Unternehmen gehört neben einem Quäntchen Glück immer auch viel persönlicher Einsatz und Mut zu neuen Wegen. Vergessen wir nicht den Rückhalt in der Bevölkerung. "

Bei den 25. Dithmarscher Kohltagen, dem herbstlichen Event in der Metropolregion Hamburg, ist der Endverbrau-cher König. Großküchen und Frischemärkte bestimmen die Nachfrage. Zwei amtierende von im Laufe der Jahre 26 gewählten Kohlregentinnen geleiten die Gäste durch den bunten Veranstaltungsreigen. Gleichzeitig werben sie bundesweit für den Dithmarscher Kohl: Klasseware statt Massenware.

Im Tourismus gilt der Westküstenkreis Dithmarschen gerade zur Kohlerntezeit als attraktives Reiseziel. Kohlernte wird zum Erlebnisurlaub. Im September bedeutet 'Destination Dithmarschen' kulinarischer Abstecher in den ursprünglichen Kohlgarten Eden. Für den Landwirtschaftsminister, die Landwirtschaftsministerin oder den Ministerpräsidenten ist Kohlanschnitt im Kreis Dithmarschen ein Pflichttermin.

www.dithmarschen.de

31.08.2011
Autor/in: Pressestelle
Quelle: Kreis Dithmarschen

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