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ADAC Stiftung startet Kampagne zur Laienreanimation: Dithmarschenbus beteiligt sich an der Aktion und hat Plakate mit Reanimationsanleitung in seinen Bussen angebracht

HEIDE. Deutschlandweit erleiden jährlich über 50.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand – nur jede*r zehnte Betroffene überlebt. Der Grund: Bereits innerhalb von drei bis fünf Minuten kommt es aufgrund von Sauerstoffmangel zu Schäden im Gehirn. Deshalb ist eine Herzdruckmassage durch Ersthelfer*innen so wichtig – aber nur 39 Prozent der Deutschen helfen aktiv.

Aus diesem Grund hat die ADAC Stiftung am 16. September 2019 die bundesweite Aufklärungskampagne „Prüfen, Rufen, Drücken – jeder kann helfen!“ gestartet. Mit Plakaten und Infoscreens auf öffentlichen Plätzen sowie in Bussen und Bahnen soll die breite Öffentlichkeit über das Einmaleins der Wiederbelebung aufgeklärt werden.

Auch Dithmarschenbus beteiligt sich an der Aktion und hat seine Busse mit den von der ADAC Stiftung zur Verfügung gestellten Plakaten zur Laienreanimation ausgestattet. Busfahrer Lutz Martens (55 Jahre), freut sich über die Aktion und hofft, dass die Plakate mit der praktischen Anleitung Hemmschwellen abbauen. Denn häufig trauen sich umstehende Fahrgäste einfach nicht, Erste Hilfe zu leisten.

Busfahrer*innen haben während eines medizinischen Notfalls an Bord alle Hände voll zu tun

Martens, der seit 31 Jahren als Busfahrer in Dithmarschen unterwegs ist, hat in seiner Berufslaufbahn zwei medizinische Notfälle während der Fahrt erlebt. „Es ist wichtig, dass andere Fahrgäste aufmerksam sind und auch Hilfe leisten, wenn es einem anderen Fahrgast nicht gut geht“, sagt Martens. „Wir Busfahrer sind in einer solchen Situation mit völlig anderen Dingen beschäftigt. Wir müssen den Bus anhalten und gegenüber dem weiteren Verkehr absichern. Unsere Aufgabe ist es auch, einen Ersatzbus zu organisieren und uns um die Weiterreise der anderen Fahrgäste zu kümmern. Wir müssen viel telefonieren und darauf achten, dass die anderen Fahrgäste Ruhe bewahren und am Ende auch sicher den Bus verlassen.“

Aus diesem Grund hält Martens die Plakate für sinnvoll. „Sie bieten eine ganz einfache Reanimationsanleitung, die wirklich von jedem Laien durchgeführt werden kann“, sagt er.

Durch schnelles Handeln anderer Fahrgäste kann ein Menschenleben gerettet werden

Bis zu 250 Kilometer ist Martens jeden Tag mit dem Bus im Kreisgebiet unterwegs. Er befördert täglich etwa 7.000 Fahrgäste. Die Angst, dass genau im eigenen Bus ein Mensch einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet, begleitet täglich viele Busfahrer*innen. Denn ob dieser Mensch überlebt oder nicht, hängt ganz entscheidend von dem schnellen Eingreifen der Mitreisenden ab. Dabei kann ein Laie bei der Reanimation eigentlich gar nichts falsch machen: Das Drücken auf den Brustkorb hält die Blutzirkulation in Gang und versorgt das Gehirn mit Sauerstoff. Bis zum Eintreffen des Krankenwagens kann so wertvolle Zeit gewonnen und eventuell ein Menschenleben gerettet werden.

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Busfahrer Lutz Martens ist im Falle eines medizinischen Notfalls in seinem Bus auf die Unterstützung anderer Fahrgäste angewiesen.

Foto: Kreis Dithmarschen

 

Autor: Presssestelle, 30.09.2019 
Quelle: Kreis Dithmarschen 

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