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Der Wolf läuft immer mit: Rickenalarm in den Kreistannen

 
HEIDE (pid). Die Ricke, die Udo Englert in der vergangenen Woche am Straßenrand mit gebrochenen Hinterläufen und großflächigen Hämatomen einsammelte, war tot und trächtig. „Am hellen Vormittag“, erklärt der Kreisförster, „war das panische Reh in ein Auto geflüchtet. So kopflos verhält sich ein Wildtier nur, wenn es gehetzt wird, etwa von einem Hund, der instinktiv Witterung aufgenommen hat.“ Dass der Haushund vom Wolf abstammt, weiß jeder Hundebesitzer, der mit seinem Liebling spazieren geht. Dass das Raubtier genetisch immer mit läuft, ist ihm oder ihr oft nicht bewusst. Gefährlich wird es stets dann, wenn der Hund dort ohne Leine geführt wird, wo Hasen und Rehe zuhause sind. Udo Englert: „Hat ‚Fiffi’ erst einmal den Geruch in der Nase und die Verfolgung aufgenommen, gibt es kein Halten mehr.“
 
Ein Stück Rehwild kann der Hund auf 50 oder mehr Metern wittern. Den Junghasen in der Sasse riecht er in zehn Metern Entfernung. Ende April sind Feld, Wald und Flur während der Brut- und Setzzeit eine große Kinderstube. Der Dithmarscher Kreisförster: „Die Tiere sind besonders aufmerksam und reagieren leicht schreckhaft wie unsere Ricke, die hoch dick war und in den Tod gehetzt wurde.“
 Das Wald-, Jagd- und Naturschutzgesetz sowie die Hundeverordnung sind eindeutig: Hunde gehören im Wald grundsätzlich an die Leine. Englert: „Der Gesetzgeber hat erkannt, dass es hier nicht um Spaß für Haustiere, sondern dass es sich um Leben und Tod handelt. Es ist das Schlimmste, was einem als Waidmann so passieren kann, wenn man eine so tragisch ums Leben gekommene tragende Ricke aufsammeln muss.“
24.04.2012
Autor/in: Pressestelle
Quelle: Kreis Dithmarschen

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