Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Dithmarscher Landesmuseum: Dichterin und Malerin Sarah Kirsch entdecken

MELDORF. Die Dichterin Sarah Kirsch (1935 – 2013) können Besucher*innen des Dithmarscher Landesmuseums jetzt auch als Malerin entdecken. Am 16. April 2020 wäre die Künstlerin 85 Jahre alt geworden. Daher zeigt das Dithmarscher Landesmuseum Aquarelle aus dem Nachlass (16. September bis 28. Oktober 2020). Außerdem liest Moritz Kirsch am Mittwoch, 16. September 2020, um 20 Uhr aus neu veröffentlichten Werken der Dichterin. Die Lesung entstand in Kooperation mit der Peter Panter Buchhandlung in Meldorf. Die Karten sind ausschließlich in der Buchhandlung erhältlich (Eintritt 10 Euro/ ermäßigt 5 Euro, Vorverkauf 9 Euro/ ermäßigt 4 Euro, Tel. 04832 4104).

Das Dithmarscher Landesmuseum zeigt eine Auswahl der Aquarelle. Die überwiegend kleinformatigen Arbeiten sind abstrakt und farbenfroh. Die meisten Werke sind in Mischtechnik entstanden: Die aquarellierten Bögen werden zerschnitten, collagiert, mit Kohle oder Kreide überarbeitet und aufgeklebt. Viel Freude hatte Sarah Kirsch an den oft sehr poetischen Ti-teln, die sie selbst mit ihrer Signatur unter die Blätter setzte. In den späten 80er Jahren hat sie ernsthaft mit dem Malen begonnen und sich zurückgehalten, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Alle Arbeiten stammen aus dem Nachlass und sind überwiegend verkäuflich.

Zum Ausstellungsbeginn liest Moritz Kirsch aus dem selbst her-ausgegebenen Gedichtband „Freie Verse“, der neben frühen auch bisher nicht veröffentlichte Gedichte enthält. Außerdem stellt Moritz Kirsch das Buch „Wir haben uns wirklich an aller-hand gewöhnt“, den Briefwechsel zwischen den befreunde-ten Autorinnen Christa Wolf und Sarah Kirsch, vor.

Sarah Kirsch – Lebensstationen

Sarah Kirsch gilt als eine der bedeutendsten deutschen Lyrike-rinnen. Ihre Arbeit wird der Neuen Subjektivität zugeordnet. Sie wurde 1935 in Limlingerode in Thüringen geboren und wuchs in Halberstadt auf. Sie studierte Biologie in Halle und im An-schluss Literatur am Johannes R. Becher Institut in Leipzig.

1977 siedelte Sarah Kirsch in die Bundesrepublik Deutschland um, nachdem sie in der Deutschen Demokratischen Republik aufgrund der Mitunterzeichnung der Protesterklärung gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen und von dem Ministerium für Staatssicherheit überwacht wurde.

Nach Stationen in West-Berlin, Rom, Kassel und Frankfurt am Main wurde Dithmarschen ihre Wahlheimat. Sarah Kirsch lebte seit 1983 bis zu ihrem Tod in Tielenhemme. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Preise wie den Friedrich-Hölderlin-Preis (1984), den Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein (1988) und den Büchner-Preis (1996). 2000 wurde sie mit dem Kulturpreis des Kreises Dithmarschen ausgezeichnet.

Sarah Kirsch, Kleiner Sezierkurs, Aquarell, 2002 (Nachlass) Foto: Dithmarscher Landesmuseum

Sarah Kirsch, Kleiner Sezierkurs, Aquarell, 2002 (Nachlass) Foto: Dithmarscher Landesmuseum


Dithmarscher Landesmuseum:

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 11 bis 16.30 Uhr
Sonntag: 11 bis 16 Uhr

Kontakt:
Dithmarscher Landesmuseum
Bütjestraße 2 – 4
25704 Meldorf
T.: 04832/ 600060
www.landesmuseum-dithmarschen.de

Lesung: 16.9.2020, 20 Uhr, mit Moritz Kirsch (in Kooperation mit der Peter Panter Buchhandlung, Meldorf). Karten nur dort er-hältlich (Eintritt 10 Euro/ ermäßigt 5 Euro, Vorverkauf 9 Euro/ ermäßigt 4 Euro, Tel. 04832/ 4104)

Ausstellung: Aquarelle aus dem Nachlass, überwiegend ver-käuflich, 16.9. – 28.10.2020 (Eintritt 3 Euro, nur Ausstellung)

10.09.2020
Autor/in: Pressestelle
Quelle: Kreis Dithmarschen

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