Kontakt Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Großer Überwachungsbedarf - Eine der Hauptunfallursachen: Nicht angepasste Geschwindigkeit

HEIDE (pid). Im Berichtszeitraum 2010 wurde zwischen Elbe und Eider 38.355 Mal gemessen, geblitzt, wenn nötig gepunktet. Die Verkehrsüberwachung im Kreis Dithmarschen hat der "Nicht-angepassten-Geschwindigkeit" als einer der Hauptunfallursachen erfolgreich den Kampf angesagt.  So konnten durch den Einsatz neuer Technik im vergangenen Jahr über 10.000 Verkehrsteilnehmer mehr festgestellt werden, die mit zu hoher Geschwindigkeit am Straßenverkehr teilnahmen. Landrat Dr. Jörn Klimant: "8,9 Prozent aller 429.970 kontrollierten Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs."

Im vergangenen Jahr ereigneten sich im Kreisgebiet insgesamt 2.201 Unfälle. Darin enthalten sind Unfälle mit einfachem Sachschaden bis hin zu tödlichen Unfällen. Unfälle mit Wild werden im Verkehrssicherheitsbericht nicht erfasst. Statistisch gesehen kam es 2010 alle vier Stunden zu einem Unfall. Bei einem Viertel dieser Unfälle (526) kam es zu Personenschaden. Ein Unfall mit Kinderbeteiligung (insgesamt 40) ereignete sich an jedem 9. Tag. Erfreulich ist, dass dieses Jahr kein Kind und kein Radfahrer unter den neun tödlich Verletzten zu beklagen war.

Auch im Jahr 2010 ist im Kreis Dithmarschen wieder die Vorfahrtsmissachtung Unfallursache Nummer eins, gefolgt vom falschen Verhalten beim Abbiegen und der nicht angepassten Geschwindigkeit. Die verstärkte Verkehrsüberwachung bei den Hauptunfallursachen zeigt Wirkung: Im Bereich Vorfahrtsmissachtung und Fehler beim Abbiegen konnte die Zahl der Übertretungen reduziert werden. Die Steigerung bei der Hauptunfallursache Geschwindigkeit bestätigt den erhöhten Überwachungsbedarf durch die Radarwagen.

Der Landrat: "Wir sind auf einem guten Weg, unsere Straßen für alle Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen." Die Zahlen des aktuellen Verkehrssicherheitsberichtes belegen, darüber sind sich Landrat Dr. Jörn Klimant und Dieter Böckel, Leiter der Polizeidirektion Itzehoe, einig: "Im Landesvergleich ist der Kreis Dithmarschen zusammen mit dem Kreis Steinburg der sicherste Verkehrsbereich in Schleswig-Holstein." Hier ereigneten sich laut Verkehrsstatistiker die wenigsten Unfälle je 100.000 Einwohner, bezogen auf den Straßenkilometer.

Dennoch dürfen wir, so die Behördenvertreter, die unterschiedlichen Aspekte des Unfallgeschehens nicht aus dem Blick lassen. Nur so lassen sich gezielt Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit ergreifen. Wie jedes Jahr ist auch 2010 die Gruppe der 18-24jährigen Unfallverursacher im Bereich der überhöhten Geschwindigkeit führend. Gefährdungen durch fehlerhaftes Abbiegen oder Vorfahrtsverletzungen geht mehrheitlich auf das Konto von über 40jährigen Fahrzeugführern.

Eine zu hohe Geschwindigkeit ist bei jedem zweiten Unfall mit Alkohol am Steuer Ursache. Erfreulich: "Neben rückläufigen Zahlen bei Radfahrer- (116) und Fußgängerunfällen (33) ging die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinwirkung 2010 gleichfalls um 13,6 Prozent zurück (89)." Auch die Zahl der unter Drogeneinfluss verursachten Verkehrsunfälle reduzierte sich von neun auf fünf. Eine bereits im November 2007 gestartete Offensive der Polizeidirektion Itzehoe trägt dieser Gefährdung Rechnung. Laut Verkehrssicherheitsbericht zeichnen sich erste Erfolge durch die große Zahl der außerhalb eines Unfalls auffälligen, zumeist jugendlichen Verkehrsteilnehmer ab.

In Zusammenarbeit mit den Verkehrsbehörden im Kreis gelang es, in neun von elf Fällen die Unfallhäufungsstellen aus dem Jahr 2009 zu entschärfen. Insgesamt waren kreisweit nur noch sieben Unfallhäufungsstellen zu verzeichnen.

"Gemeinsam", so das Fazit von Polizei und Kreis, "wollen wir auch im Jahr 2011 daran arbeiten, den Verkehrsraum durch die Verkehrsraumgestaltung, die Verkehrsprävention und die Verkehrsüberwachung sicherer zu machen und die Unfallzahlen nachhaltig zu senken."

www.dithmarschen.de

 

01.04.2011
Autor/in: Pressestelle
Quelle: Kreis Dithmarschen

Zurück zur Übersicht