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Integration endet nicht nach Schulschluss

MELDORF (pid). „Wir arbeiten daran, jungen Menschen mit geistigem und körperlich-motorischem Förderbedarf den Weg auf den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern.“ Der Leitende Kreisverwaltungsdirektor Malte Spitzer sieht neue Chancen für junge Menschen mit Behinderung, die auch dort arbeiten möchten und können, wo alle arbeiten wollen, auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Beim landesweiten Projekt „Übergang Schule Beruf“ steht der Kreis Dithmarschen nicht allein. Ein Großteil der Kreise bemüht sich darum, jungen Menschen mit geistigem und körperlich-motorischem Förderbedarf den Weg auf den ersten Arbeitsmarkt zu vereinfachen. Malte Spitzer: „Wir möchten Alternativen für den fast schon automatischen Übergang von der Förderschule in den geschützten Rahmen der Werkstatt schaffen. Das aber kann nur mit angemessener Unterstützung und Hilfestellung geschehen, die rechtzeitig geleistet wird.“

Spitzer weiter: „Wir wollen das gut funktionierende System nicht abschaffen – Schule und Werkstatt leisten hier anspruchsvolle Arbeit – sondern um eine wichtige Option der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ergänzen. Das Projekt ist ein weiterer Schritt auf dem langen Weg zur inklusiven Gesellschaft.“

Es wurden während der letzten zwei Jahre 20 Schülerinnen und Schüler der Astrid-Lindgren-Schule und vier integrativ beschulte Schülerinnen und Schüler von Regional- und Gemeinschaftsschulen in Heide, Brunsbüttel und St. Michaelisdonn begleitet.

Im Fokus steht ihre berufliche Entwicklung. So besuchen sie seit einem Jahr Praktika unter realen Arbeitsbedingungen und einen besonderen Unterricht als Vorbereitung auf den Allgemeinen Arbeitsmarkt. Sie lernen, sich zu bewerben. Schlüsselqualifikationen wie Selbständigkeit, soziale Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit werden eingeübt.

Die Integration von benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Arbeitswelt entscheidet sich nicht an der Ausbildungsfähigkeit. Michael Timm, Fachdienst Eingliederungshilfe des Kreises Dithmarschen: „Personalchefs von Unternehmen und Behörden sollten sich bei der Auswahl ihrer Arbeitskräfte nicht an den Defiziten orientieren, sondern die besonderen Fähigkeiten, die Beständigkeit und die starke Motivation der jungen Menschen sehen.“

Die Praktikaerfahrungen nach dem ersten Projektjahr unter Koordination des Kreises Dithmarschen geben den Organisatoren Recht. Spitzer: „Unser Inklusionsprojekt geht jetzt in die zweite Phase. Die Resultate sind positiv. Betriebe und Praktikanten sind zufrieden. Wir haben etwas Gutes angeschoben.“ Neben dem Integrationsfachdienst bei der Brücke Schleswig-Holstein, der als Dienstleister in Kooperation mit dem Kreis auftritt, sind die Reha-Abteilung der Agentur für Arbeit und die Astrid-Lindgren-Schule daran beteiligt, den Zugang von Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

Finanziert wird das Projekt Übergang- Schule und Beruf aus Landesmitteln.

Malte Spitzer: „Integration gelingt nur gemeinsam.  Daher ist der Integrationsfachdienst gemeinsamer Ansprechpartner für Betroffene, Angehörige förderbedürftiger Jugendlicher und für Arbeitgeber.“

Infos

Daniela Erdmann, Kreis Dithmarschen, Fachdienst Einglie-derungshilfe, Telefon: 0481/97-1340,
E-Mail: daniela.erdmann@dithmarschen.de

www.dithmarschen.de

13.03.2012
Autor/in: Pressestelle
Quelle: Kreis Dithmarschen

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