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Sozialraumorientiertes Übergangsmanagement: Von der Schulbank ins Berufsleben

HEIDE (pid). Von den rund 1.300 Dithmarscher Schülerinnen und Schülern eines Jahrgangs, die eine der 17 allgemeinbildenden Schulen des Kreises verlassen, kommen trotz Schulpflicht geschätzte zehn Prozent nicht in der Berufsschule an. Genaue Zahlen gibt es derzeit nicht. Landrat Dr. Jörn Klimant: "Auf diese Aussteiger können und wollen wir nicht verzichten. Was aktuell fehlt, ist ein funktionierendes Übergangsmanagement. Daran arbeiten wir." Gefördert wird das Sozialraumorientierte Übergangsmanagement Dithmarschen (S.Ü.D.) mit 330.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der EU.

Nur wenn alle beteiligten Institutionen im sozialen Umfeld der Heranwachsenden - angefangen von der Schule - in die Pflicht genommen werden, so der Landrat, kann die Jugendarbeitslosigkeit im Kreis Dithmarschen von 13,4 Prozent bei den unter-25-Jährigen langfristig gesenkt und die Quote der Berufsabschlüsse erhöht werden. Dr. Jörn Klimant: "Wir müssen junge Hauptschüler auf ihrem Weg in das Berufsleben professionell und dauerhaft begleiten, damit sie sicher auf dem Ausbildungsmarkt ankommen."

Im Kreis Dithmarschen steigt der Bedarf an gut ausgebildeten jungen Menschen. Im Vergleich zu anderen Kreisen in Schleswig-Holstein wohnen hier weniger Menschen. Dennoch ist der Anteil der sozialen Problemfälle signifikant höher. Mit an erster Stelle bei den Ursachen steht die hohe Jugendarbeitslosigkeit bedingt durch fehlende Schul- und Ausbildungsabschlüsse. "Hier werden wir konsequent gegensteuern, und zwar ab Klasse 7. Berufsorientierung ist ein Prozess, der rechtzeitig beginnen muss", betont der Leitende Kreisverwaltungsdirektor Malte Spitzer.

Ziel des Kreises ist eine gute Zusammenarbeit von allen am Übergang beteiligten Einrichtungen. Sozialplaner und S.Ü.D.-Projektkoordinator Gerd Schröder spricht von einem neuen Netzwerk: "Die Experten von Jobcenter, ARGE, aber auch Schulaufsicht und anderen Bildungsträger müssen zusammen mit dem Kreis ihre jeweiligen Ressourcen bündeln. Nur so können wir die Problembereiche des Übergangs verorten, alle jungen Erwachsenen erfassen und auch ihnen auf dem Weg über das Berufsschulzentrum eine berufliche Perspektive geben." Manchmal, so der Praktiker, hilft es schon ein gutes Stück weiter, den jungen Menschen und ihren Eltern alle Förder- und Unterstützungsangebote sichtbar und zugänglich zu machen.

Landrat Dr. Jörn Klimant: " Übergangsmanagement heißt, die Schülerinnen und Schüler dort abzuholen, wo sie sind, und auf dem Weg ins Berufsleben verlässlich dorthin bringen, wo sie hingehören."


Eins von 97 Projekten

"Perspektive Berufsabschluss" ist ein Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das durch strukturelle Veränderungen den Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne beruflichen Abschluss dauerhaft senken will. 97 Projekte sollen dafür Netzwerke in zwei unterschiedlichen Förderschwerpunkten nachhaltig etablieren.

"Regionales Übergangsmanagement" stimmt an 55 Standorten die verschiedenen bereits vorhandenen Förderangebote und Unterstützungsleistungen aufeinander ab, um Jugendlichen den Anschluss von der Schule in eine Berufsausbildung zu erleichtern.

"Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung“ schafft durch 42 Projekte geeignete Rahmenbedingungen, um an- und ungelernten jungen Erwachsenen mit und ohne Beschäftigung einen nachträglichen Berufsabschluss zu ermöglichen.

„Perspektive Berufsabschluss“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung aus Bundesmitteln und von der Europäischen Union aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds in den Jahren 2008 bis 2013 mit insgesamt rund 67 Mio. € finanziert.

www.dithmarschen.de

 

22.02.2011
Autor/in: Pressestelle
Quelle: Kreis Dithmarschen

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