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Trendwende: Dithmarschen investiert in Betongold


 HEIDE (pid). Dithmarschens Grundstücksmarkt hat sich über Nacht gewandelt. Aus dem klassischen Käufermarkt, auf dem Grund und Boden sowie Immobilien deutlich unter Preis angeboten wurden, ist ein Verkäufermarkt geworden. Landrat Dr. Jörn Klimant: „2011 ist das umsatzstärkste Jahr bei bebauten Grundstücken. Alle suchen ihr Glück in Betongold.“
 
Der Grundstücksmarktbericht 2011 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Dithmarschen (104 Seiten) liegt vor. Dr. Jörn Klimant: „Es ist mehr als ein nüchternes  Zahlen-Daten-Fakten-Buch, das im übrigen zum kostenlosen Download im Internet (www.dithmarschen.de > Download > Grundstücksmarktbericht) vorgehalten wird. Hier spiegeln sich der Markt mit Angeboten und Nachfragen und die soziale Wirklichkeit im dünn besiedelten Flächenkreis Dithmarschen wieder.“
 
Und dieser Markt, so Gutachter Dirk Matzen, hat sich zum Beispiel bei den Preisklassen signifikant geändert. Da boomt nicht nur das Einfamilienhausschnäppchen für 50.000 Euro. Matzen: „Die Verkäufe in der Gruppe 175-275Tausend Euro ziehen deutlich an. Derzeit passiert etwas bei den gut ausgestatteten Immobilien. In Dithmarschen wird investiert.“ Zu Pessimismus bestehe kein Anlass, betont der Gutachter, über dessen Schreibtisch alle Kauffälle seit 1997 gewandert sind: „Wir befinden uns 2011 im vierstelligen Bereich.“
 
Eine langsame Erholung stellt Matzen auch bei den Preisen für bebaute Grundstücke fest (plus 6 Prozent). Mit einem Plus von 35 Prozent machen die Eigentumswohnungen einen noch stärkeren Sprung nach oben. Matzen: „Der Bedarf an Wohnen in der Stadt ist eindeutig. Die Menschen suchen Lebensqualität ohne Auto.“ Der Traum vom Resthof war einmal. Der Gutachter: „Im Alter erkennt man, dass sich der energetische Aufwand dieser Kindheitsträume nicht mehr stemmen lässt.“
 
Landrat Dr. Jörn Klimant: „Es ist schon erfreulich, einen Bericht präsentieren zu können, bei dem alle Konjunkturdaten nach oben weisen. Nur bei der Landwirtschaft zeigt sich die Konkurrenz um Flächen in einer Steigerung der Preise von 2006 bis heute um 127 Prozent. Da bekommen konventionell wirtschaftende Betriebe Probleme.“
 
Einen weiteren Rechenfehler macht Landrat Dr. Jörn Klimant trotz der Preissteigerung von 7 Prozent seit 2006 in Sachen Bauland aus: „Seit 1997 haben wir 500 ha Bauland erschlossen und versiegelt, aber 2000 Einwohnerinnen und Einwohner verloren. Wenn jedes Dorf Bauland auf Vorrat produziert, ist es nicht verwunderlich, wenn die Dorfkerne darunter leiden. Wir sollten uns in Zukunft mehr auf die Bestandsimmobilien konzentrieren, die Dorfkerne überplanen, abreißen und neu bauen. Das ist auch ein Beitrag, um die Dorfgemeinschaft zu festigen.“
04.04.2012
Autor/in: Pressestelle
Quelle: Kreis Dithmarschen

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