Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Sonderausstellung im Dithmarscher Landesmuseum: "Irmgard Nieper-Wachs (1884 - 1972) - Stationen einer Künstlerin"

MELDORF. Irmgard Nieper-Wachs (1884 – 1972) ist eine Künstlerin, die erst in jüngster Zeit wiederentdeckt wurde und aktuell landesweit ausgestellt wird. Das Dithmarscher Landesmuseum widmet sich ihrem facettenreichen Werk in einer Einzelausstellung. Die in Goslar geborene Künstlerin hat auch eine persönliche Beziehung zu Dithmarschen: Sie lebte einige Jahre in Meldorf. Ihr Ehemann Dr. Otto Wachs (1874 – 1941) war von 1911 bis 1919 Landrat von Süderdithmarschen. Museumsleiterin Dr. Jutta Müller stellt zur Eröffnung der Sonderausstellung „Irmgard Nieper-Wachs (1884 – 1972) – Stationen einer Künstlerin“ am Donnerstag, 20. Juni 2019, um 19 Uhr im Landesmuseum, Bütjestraße 2 bis 4 in Meldorf, das Leben und Werk der Künstlerin vor. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei. Bis zum 25. August 2019 läuft die Schau.

Mit rund 70 Leihgaben überwiegend aus Privatbesitz ist die Ausstellung ausgestattet. Die Schau basiert auf der 2017/18 im Künstlermuseum Heikendorf gezeigten Präsentation der Künstlerin. Sie zeigt Bilder und Zeichnungen aus allen Schaffensphasen. „Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, erstmals Irmgard Nieper-Wachs auszustellen. Ihre Bilder sind eine Entdeckung. In ihnen zeigt sich das große Talent der Künstlerin“, sagt die Museumsleitern Dr. Müller.

Anleger Seegarten (Kiel), Öl/Leinwand, 1929, Privatbesitz Foto: Ursula M. L. Baldrich

Anleger Seegarten (Kiel), Öl/Leinwand, 1929, Privatbesitz Foto: Ursula M. L. Baldrich

Stationen einer Künstlerin

Irmgard Nieper-Wachs wies ein facettenreiches Werk auf: Zu Beginn malte sie naturalistisch anmutende Porträts und Figurenbilder sowie Landschaftsbilder und Seestücke wie „Sturm vor Helgoland“ von 1908. Mit der Zeit entwickelte sie einen spätimpressionistischen Stil und später malte sie e-pressionistisch. Zu ihren bevorzugten Motiven zählten Landschaften und Porträts.

Geboren 1884 in Goslar im Harz, entschied sich Irmgard Nieper bereits früh als Künstlerin zu arbeiten und wurde dabei von ihren Eltern gefördert. Sie studierte in London. Mit 22 Jahren heiratete sie den Juristen Otto Julius Wachs aus Hanerau und gründete eine Familie. Als Landratsgattin lebte Irmgard Nieper-Wachs auf Helgoland, im alten Land und schließlich von 1911 bis 1919 in Meldorf. Der bürgerlich-konservative Jurist Otto Wachs verließ fluchtartig seinen Posten als Landrat in Meldorf aufgrund der politischen Umwälzungen nach dem Ersten Weltkrieg: Nach dem Ende der Monarchie wurden zum Beispiel Bauer- und Arbeiterräte in Süderdithmarschen eingerichtet, die dem Landrat misstrauten. Die Familie zog nach Kiel. Nach der Trennung von ihrem Mann im Jahr 1929 widmete sich Irmgard Nieper-Wachs wieder mehr der Kunst. Ab 1935 lebte sie für viele Jahre zurückgezogen am Hanerauer Wald im selbst gebauten Holzhaus „Hof Batz“. Die letzten neun Lebensjahre verbrachte sie bei einer ihrer Töchter in Murnau, wo sie 1972 auch gestorben ist.

Irmgard Nieper-Wachs, um 1910 Foto: Ursula M. L. Baldrich

Irmgard Nieper-Wachs, um 1910 Foto: Ursula M. L. Baldrich

Begleitprogramm

Interessierte können auf den Führungen mit Dr. Jutta Müller Hintergründe über Irmgard Nieper-Wachs erfahren am Donnerstag, 27. Juni 2019, um 19 Uhr exklusiv für Mitglieder des Freundeskreises DLM e.V. (um Anmeldung wird gebeten) sowie am Sonntag, 11. August 2019, um 11.30 Uhr für Besu-cher*innen (ohne Anmeldung, 5 Euro Eintritt).

Zur Finissage am Sonntag, 25. August 2019, um 16 Uhr im Landesmuseum liest der Autor Heiner Egge aus seinem Romanmanuskript: „Wenn anwesend, lasse ich mich sehen. – Das Leben der Malerin Irmgard Nieper-Wachs.“ (Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro).

Autor: Pressestelle, 12.06.2019 
Quelle: Kreis Dithmarschen 

Zurück zur Übersicht