Drucksache - 2020/0878-1  

Betreff: Schulstation; wie geht es weiter
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage
  Bezüglich:
2020/0878
Federführend:Fachdienst Wirtschaftliche Jugendhilfe Bearbeiter/-in: Fincks, Jörg
Beratungsfolge:
Kreistag des Kreises Dithmarschen Abschließende Beschlussfassung
21.01.2021 
Sitzung des Kreistages des Kreises Dithmarschen - abgesagt -      
18.02.2021 
Sitzung des Kreistages des Kreises Dithmarschen ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
Konzeption-Kreis-Dithmarschen-2020-04-01  

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:
 

Die Schulstation in Kooperation mit dem VAAD/JAW wird ab 2021 bis auf Weiteres fortgeführt und aufgrund des Wegfalls der bisher gewährten Landesfördermittel durchgehend aus Mittel des Kreises zu finanziert.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:
 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Ausgangslage

 

Die Schulstation ist ein gemeinsames Projekt des Fachdienstes Sozialpädagogische Hilfen, des Schulamtes des Kreises Dithmarschen und dem Jugendaufbauwerk Dithmarschen. Seit dem 01.10.2017 betreibt das Jugendaufbauwerk Dithmarschen die Schulstation in der Friedrich-Elvers Schule in Heide

 

Seit Beginn der Maßnahme wurden von der Schulstation 61 Schüler*innen von zwei sozialpädagogischen Mitarbeiter*innen des Jugendaufbauwerkes und einer Sonderpädagogin der Friedrich-Elvers-Schule in Heide betreut. Die Schulstation hat aufgrund ihrer erfolgreichen Arbeit in den vorhergehenden Projektjahren eine hohe Akzeptanz bei den Schulen, Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern erreicht und ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil der pädagogischen Interventionskette geworden.

 

Im vergangenen Projektjahr (2019) wurden insgesamt 31 Schülerinnen und Schüler in der Schulstation betreut. 5 Schülerinnen und Schüler haben anschließend die Schule gewechselt, in 2 Fällen wurde der Schulwechsel von der Familienhilfe begleitet. 14 Schülerinnen und Schüler konnten in diesem Zeitraum zurückgeschult werden. 3 Rückschulungen wurden von der Familienhilfe begleitet und 3 Rückschulungen mit psychologischer Begleitung. In der Schulstation befinden sich aktuell noch 5 Schülerinnen und Schüler, für 3 weitere ist eine Aufnahme geplant. Bei einem Schüler ist der Verbleib unbekannt. Die Schulstation kann somit auch im Berichtszeitraum mit einer Erfolgsquote von über 80 % abschließen.

 

Die unterschiedlichen sehr individuellen Problemlagen erforderten sowohl zeitlich als auch inhaltlich sehr unterschiedliche Herangehensweisen. So stand bei einigen Schülern*innen nach Gesprächen mit den Eltern, der Schule und dem/der Schüler*in selbst sowie eigenen Unterrichtsbeobachtungen die Beratung aller Beteiligten im Vordergrund. Veränderungen der schulischen Anforderungen und/oder der äußeren Bedingungen im Schulalltag, wie zum Beispiel die Sitzordnung, Regeln und Strukturen einer Klasse aber auch der Umgang der Lehrkräfte mit Verhaltensbesonderheiten sind hier beispielhaft zu nennen.

 

Vor allem die Arbeit mit der Familie und dem weiteren sozialen Umfeld hatte bei jedem Einzelfall einen großen Stellenwert, da in der Regel immer von einer systemischen Problematik ausgegangen werden konnte. Hierzu gehörten die Beratung und die kontinuierliche pädagogische Arbeit mit den Eltern sowie die Vermittlung und Begleitung passender Beratungs- und Therapieangebote außerhalb der Schulstation.

 

Oft war es notwendig, den Schüler zunächst im Rahmen einer Kleingruppe mit festem Personal innerhalb der Schulstation zu betreuen und zu unterrichten, um tragfähige Beziehungen als Basis für eine intensive Arbeit sowohl mit den Schülern als auch mit den Eltern aufbauen zu können. In einzelnen Fällen entschieden sich Eltern und Schüler nach einem ersten Beratungsgespräch gegen eine Betreuung durch die Schulstation.

 

Beschreibung der Zielgruppe

 

Die Zielgruppe sind Jugendliche, die sich nicht unter einem bestimmten Bild auffälliger Verhaltensweisen subsummieren lassen. Sie sind insgesamt in der Regel auch nicht bestimmten Störungsbildern im Sinne einer psychiatrischen Erkrankung zuzuordnen, wenngleich dies für einzelne doch zutreffen würde. Hier geht es um junge Menschen, die mit unterschiedlichsten Problemen belastet sind, in äußerst konflikthafter Auseinandersetzung mit ihrem Lebensumfeld geraten. Das kann in der Familie, in der Schule oder auch in der Heimerziehung so sein. Diese besonderen Problemlagen erfordern eine im hohen Maße systemische Herangehensweise und eine umfassende Einbindung der Personensorgeberechtigten.

 

Ziele

 

Die Schulstation unterstützt den formalen Bildungsauftrag der Schule, weil die ganzheitliche sozialpädagogische Hilfe und Förderung Schülerinnen und Schülern ermöglichen kann, den Lebens- und Lernort Schule positiv zu nutzen. Sie trägt dazu bei, schulimmanente Schwierigkeiten, wie Verhaltensauffälligkeiten im Unterricht, Absentismus etc. zu vermeiden. Sie unterstützt dabei die vorhandene Schulsozialarbeit.

 

Weiteres Ziel ist es, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auf vielfältige und ganzheitliche Weise nachhaltig zu fördern. Die Förderung von sozialen, emotionalen, kognitiven, kreativen und motorischen Kompetenzen, die Befähigung zur Übernahme gesellschaftlicher Mitverantwortung und soziales Engagement sowie die Förderung der Selbstbestimmung, Kritik- und Entscheidungsfähigkeit sind die Handlungsfelder von Schulstation.

 

Diese Ziele und die Lebensweltorientierung als Grundsatz der Jugendhilfe bezeugen die Sinnhaftigkeit, die Jugendhilfe schulbezogen direkt am Lebens- und Lernort Schule anzusiedeln. Aufgrund der allgemeinen Schulpflicht ist die Schule der einzige öffentliche Ort, den alle Kinder und Jugendliche besuchen und wo individuelle Problemlagen am deutlichsten erkannt werden können.

 

Die Schulstation bleibt immer ihren eigenen sozialpädagogischen Handlungskompetenzen und Arbeitsprinzipien verpflichtet. Sie ist gleichwertiger und autonomer Partner von Schule und damit grundsätzlich schulergänzend und nicht schulersetzend tätig. Die Schulstation und die Schule akzeptieren einander mit den jeweiligen Tätigkeitsfeldern und den damit verbundenen formalen Gegebenheiten.

 

Finanzierung

 

Die Finanzierung der Schulstation wurde bis dato über die Stabsstelle Hilfen im Übergang finanziert und durch das Land mit jährlich 50.000 EUR bezuschusst. Der in diesem Jahr beim Land gestellt Antrag wurde aber abgelehnt. Da die Schulstation bereits über mehrere Jahre vom Land gefördert wurde und wird seitens des Landes nicht mehr der nach den dortigen Zuwendungsvoraussetzungen geforderte Innovationsgehalt gesehen, so dass eine weitere Förderung des Landes ausgeschlossen werden kann.

 

Aufgrund der sehr erfolgreichen Arbeit in der Schulstation wird seitens der Verwaltung vorgeschlagen, den weiteren Betrieb auch ohne Landesmittel fortzuführen.

 

Entsprechende Haushaltsmittel wurden für das Haushaltsjahr 2021 eingeplant. Auch eingeplant wurde die Zuwendung des Landes in Höhe von 50.000 EUR, die aber tatsächlich nicht fließen werden. Daher wurde in der nachfolgenden Darstellung der finanziellen Auswirkungen dieser Ertrag nicht aufgeführt.

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen

Ja

x

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Falls ja:

 

 

 

 

 

Im Haushaltsplan berücksichtigt

Ja

x

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Freiwillige Aufgabe/Maßnahme

Ja

x

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisplan/Finanzplan

Produkt-Nr.

36310

Produkt-Name

Leistungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe

 

Ertrag

Euro

Einzahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

 

 

Aufwand

Euro

Auszahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

135.000

zusätzlich / neu

 

 

 

Saldo

 

Saldo

 

 

Ein negativer Saldo wird finanziert durch:

(Beschreibung der konkreten – strukturellen - Einsparungsmaßnahmen/Mehrerträge)

 

Im Rahmen der Gesamtdeckung im Produkt.

 

 

Auswirkung auf Stellenplan

Ja

 

 

Nein

x

 

 

 

 

 

 

 

Stellenmehrbedarf: (z. B. 0,5 VK, EG ___/A___)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlagen

  1. Konzept
  2.  

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Konzeption-Kreis-Dithmarschen-2020-04-01 (968 KB)      
Stammbaum:
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