Drucksache - 2022/1242  

Betreff: Energetische Sanierungskonzepte für kreiseigene Liegenschaften
Status:öffentlichDrucksache-Art:Informationsvorlage
Verfasser:Philipp Bornholt
Federführend:Fachdienst Liegenschaften, Schulen und Kommunalaufsicht Bearbeiter/-in: Bienek, Tanja
Beratungsfolge:
Hauptausschuss Information
06.09.2022 
Sitzung des Hauptausschusses zur Kenntnis genommen   
Schul- und Kulturausschuss Information
12.09.2022 
Sitzung des Schul- und Kulturausschusses zur Kenntnis genommen   
Agrar- und Umweltausschuss Information
15.09.2022 
Sitzung des Agrar- und Umweltausschusses ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Sachverhalt:
 

  1. Hintergrund

 

Der Kreistag hat am 19.10.2019 (Drucksachen-Nr. 2019/0669) einen Beschluss zu Standards für klimagerechte Baumaßnahmen des Kreises Dithmarschen gefasst.

Danach soll bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität bei den eigenen Liegenschaften erreicht werden. Bezüglich der zwischenzeitlich verschärften Vorgabe (Klimaneutralität bis 2045) wird auf den Entwurf des Integrierten Klimaschutzkonzepts verwiesen (siehe Drucksachen-Nr. 2022/1209).

 

Um eine Grundlage für die energetische Sanierung von Bestandsliegenschaften zur Erreichung der Klimaneutralität zu erhalten, sind für sechs wesentliche Liegenschaften energetische Sanierungskonzepte erstellt worden:

 

  • BerufsBildungsZentrum (BBZ) Heide
  • Werner-Heisenberg-Gymnasium
  • Meldorfer Gelehrtenschule
  • Gymnasium Marne
  • Ausbildungszentrum Meldorf
  • Astrid-Lindgren-Schule, Altbau

 

Aufgrund der seinerzeit bereits verfolgten Planungen für eine Sanierung und Erweiterung des Kreishauses, bei der eine umfassende Sanierung auch unter energetischen Aspekten erfolgt wäre (siehe Drucksachen-Nr. 2022/1178), ist für das Kreishaus kein gesondertes energetisches Sanierungskonzept erstellt worden.

 

Die Erstellung der Sanierungsfahrpläne ist an unterschiedliche Energieberater*innen (im folgenden Gutachter“ genannt) vergeben worden. Die Aufträge wurden liegenschaftsweise vergeben, so dass es innerhalb der Liegenschaften keinen fehleranfälligen Informationsfluss zwischen diversen Gutachterbüros gibt und umfassende Konzepte für jedes Gebäude erarbeitet werden konnten.

 

Im Rahmen der Vergabe der Gutachteraufträge sind für jede Liegenschaft mehrere Angebote eingeholt worden, die über einen flächenspezifischen Preis auch liegenschaftsübergreifend miteinander verglichen worden sind. Die Sanierungsfahrpläne sind mit Mitteln der Bundesförderung r Energieberatung für Nichtwohngebäude von Kommunen und gemeinnützigen Organisationen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert worden.

 

r die sechs energetischen Sanierungsfahrpläne sind Gesamtaufwendungen in he von rund 113.300 Euro entstanden. Abzüglich der Fördermittel in Höhe von rund 84.300 Euro beträgt der Kreisanteil insgesamt rund 29.000 Euro.

 

Die Sanierungsfahrpläne sind in ALLRIS unter dem Ordner Dokumente (allg.)“ einsehbar.

 

  1. Gutachterliche Empfehlungen zur energetischen Sanierung

 

Im Folgenden werden die wesentlichen Empfehlungen der Gutachterbüros zu den einzelnen Liegenschaften skizziert:

 

2.1.  BerufsBildungsZentrum (BBZ) Heide

Empfehlungen des Gutachters:

Neben dem Austausch alter Fenster und Türen, der rmedämmung von Dach und Fassade wird auch die Installation von PV-Anlagen und der Einsatz von Wärmepumpen zur Grundlastdeckung sowie die Spitzenlastdeckung über Gas empfohlen.

 

Aussage zu den erwarteten CO2-Einsparungen:

r die gesamte Liegenschaft werden nach Umsetzung aller Maßnahmen jährliche CO2-Einsparungen in Höhe von 404 Tonnen prognostiziert.

 

Kosten und Zeitplan:

Die Maßnahmen werden gebäudeweise einem Zeitplan unterworfen, der eine Umsetzung aller Maßnahmen in den nächsten 5-8 Jahren vorsieht.

In dieser Zeit sind für die Maßnahmen Kosten von 15.500.000 Euro zu erwarten.

 

2.2.  Werner-Heisenberg-Gymnasium

Empfehlungen des Gutachters:

Neben dem Austausch alter Fenster und Türen wird auch die Wärmedämmung der Außenwand auf der Innen- oder Außenseite empfohlen. Ebenfalls sollten PV-Anlagen installiert sowie auf LED-Beleuchtung umgestellt werden. Die vorhandenen Heizungsanlagen sollen durch eine zentrale neue holzbasierte Heizungsanlage ersetzt und mittels einem ebenfalls zu errichtenden Nahwärmenetz auf dem Gelände verteilt den übrigen Gebäuden verfügbar gemacht werden.

 

Aussage zu den erwarteten CO2-Einsparungen:

r die gesamte Liegenschaft werden nach Umsetzung aller Maßnahmen jährliche CO2-Einsparungen in Höhe von 559,9 Tonnen prognostiziert.

 

Kosten und Zeitplan:

r diese Maßnahmen werden r die Jahre 2022 und 2023 Kosten von 2.700.000 Euro prognostiziert.

 

2.3.  Gymnasium Marne

Empfehlungen des Gutachters:

Es werden Wärmedämmmaßnahmen an den Dächern des Hauptgebäudes und der Sporthalle sowie an diversen Außenwänden sowie der Austausch von Fenstern und Türen, der Einsatz einer Pelletheizung sowie die Installation einer PV-Anlage empfohlen.

 

Aussage zu den erwarteten CO2-Einsparungen:

r das Gymnasium Marne werden nach Umsetzung aller Maßnahmen jährliche CO2-Einsparungen in Höhe von 155 Tonnen prognostiziert.

 

Kosten und Zeitplan:

r diese Maßnahmen werden für einen Zeitraum von 2022 bis 2034 Kosten in Höhe von 1.150.000 Euro prognostiziert.

 

2.4.  Meldorfer Gelehrtenschule

Empfehlungen des Gutachters:

Es werden Wärmedämmmaßnahmen an den Flachdächern und den Außenwänden, ein Austausch älterer Fenster und der anschließende hydraulische Abgleich empfohlen. Anschließend werden der Austausch der Heizung sowie die Installation von Photovoltaik empfohlen.

 

Aussage zu den erwarteten CO2-Einsparungen:

Die erwarteten CO2-Einsparungen betragen 155 Tonnen im Jahr. Allerdings wird hier ein Wechsel des Heizungssystems auf eine Wärmepumpe empfohlen. Tatsächlich ist ein Anschluss an das Fernwärmenetz vorgesehen.

 

Kosten und Zeitplan:

r diese Maßnahmen werden für einen selbst zu definierenden Zeitraum Kosten in Höhe von 2.109.600 Euro prognostiziert.

 

2.5.  Ausbildungszentrum Meldorf

Empfehlungen des Gutachters:

Die Gebäudehülle soll mit Wärmedämmungen an Dächern und Außenwänden ertüchtigt werden. Alte Fenster und Türen sollen ausgetauscht und die bestehenden Gas-Heizungen gegen Kombinationen aus Wärmepumpen und Solarenergie ausgetauscht werden.

 

Aussage zu den erwarteten CO2-Einsparungen:

r das Ausbildungszentrum Meldorf werden nach Umsetzung aller Maßnahmen jährliche CO2-Einsparungen in Höhe von 241 Tonnen prognostiziert.

 

Kosten und Zeitplan:

r diese Maßnahmen werden für einen selbst zu definierenden Zeitraum Kosten in Höhe von 2.690.000 Euro prognostiziert.

 

2.6.  Astrid-Lindgren-Schule

Empfehlungen des Gutachters:

Es werden Wärmedämmmaßnahmen an Dach und Außenwänden, der Austausch der Fenster sowie die Installation von außenliegendem Sonnenschutz sowie der Umstieg auf LED empfohlen. Außerdem wird eine dezentrale Lüftungsanlage für die Klassenzimmer sowie die Optimierung der Heizung u.a. mittels hydraulischem Abgleich und der Einbindung eines Blockheizkraftwerkes empfohlen.

 

Aussage zu den erwarteten CO2-Einsparungen:

r die Astrid-Lindgren-Schule werden nach Umsetzung aller Maßnahmen jährliche CO2-Einsparungen in Höhe von 80 Tonnen prognostiziert.

 

Kosten und Zeitplan:

r diese Maßnahmen werden für einen Zeitraum von 2022 bis 2028 Kosten in Höhe von 2.014.000 Euro prognostiziert.

 

  1. Bewertung der Sanierungsfahrpläne
     

Die Sanierungsfahrpläne zeigen die Schwachstellen der jeweiligen Gebäude auch und sind eine gute Basisr die weiteren Überlegungen zur energetischen Sanierung.

 

Sie können jedoch nicht unmittelbar übernommen werden, sondern bedürfen im weiteren Verfahren zum Teil einer vertieften Betrachtung. So wird in einigen Fahrplänen die teilweise enorme Differenz zwischen den norm- und fördermittelgebergerecht berechneten Energiebedarfen und den von der Verwaltung festgestellten realen Verbrauchswerten nicht die nötige Berücksichtigung.

 

Darüber hinaus reichen die nach den Sanierungsfahrplänen zu erreichenden Energiestandards häufig nicht aus, um den Standards des Kreises Dithmarschen für klimagerechte Baumaßnahmen zu genügen.

 

Zum Teil werden holzbasierte Heizungen empfohlen, die nicht nur einen immensen logistischen Aufwand und hohe Wartungskosten bedeuten, sondern auch bezüglich ihrer Nachhaltigkeit zu hinterfragen sind.

 

Darüber hinaus muss das Thema Heizung vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise komplett neu überdacht werden, so dass der Austausch von Heizungssystemen noch vor der Ertüchtigung der Gebäudehülle geprüft wird, um schneller nennenswerte Gaseinsparungen sowie Reduktionen der CO2-Emissionen zu erreichen.

  1. Weiteres Vorgehen

 

Die energetischen Sanierungsfahrpläne stellen die Basis dar für eine möglichst vollumfängliche Sanierung der Gebäude unter Einbeziehung der noch anstehenden Maßnahmen zu den Themenkomplexen Brandschutz und Digitalisierung. Dabei soll in Abstimmung mit dem Gebäudemanagement möglichst strukturiert und effizient vorgegangen werden. Ziel ist in jedem Fall eine ganzheitliche Betrachtung und Optimierung der Bestandsgebäude anhand von Masterpnen, die noch auszuarbeiten sind. Dabei ist u. a. zu berücksichtigen, dass an verschiedenen Orten zurzeit Wärmenetze entstehen bzw. geplant sind, die insbesondere auch für die kreiseigenen Liegenschaften genutzt werden sollten. Aufgrund der sich abzeichnenden Energiekrise sind aber auch Sofortmaßnahmen geplant und derzeit in der Abstimmung.

 

Die Masterpläne für die Sanierung der Kreisliegenschaften werden den Gremien zur gegebenen Zeit zur Beratung vorgelegt.


 

Finanzielle Auswirkungen

Ja

 

 

Nein

X

 

 

 

 

 

 

Falls ja:

 

 

 

 

 

Im Haushaltsplan berücksichtigt

Ja

 

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Freiwillige Aufgabe/Maßnahme

Ja

 

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisplan/Finanzplan

Produkt-Nr.

 

Produkt-Name

 

 

Ertrag

Euro

Einzahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

 

 

Aufwand

Euro

Auszahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

 

 

 

Saldo

 

Saldo

 

 

Ein negativer Saldo wird finanziert durch:

(Beschreibung der konkreten strukturellen - Einsparungsmaßnahmen/Mehrerträge)

 

 

 

 

Auswirkung auf Stellenplan

Ja

 

 

Nein

X

 

 

 

 

 

 

 

Stellenmehrbedarf: (z. B. 0,5 VK, EG ___/A___)

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Anlagen ./.