Wohnen
Das Angebot an ausreichendem Wohnraum hat sich in den letzten Jahren auch in Dithmarschen stark verändert. Stagnierender Wohnungsbau, hohe Baukosten und steigende Mieten führen bereits zu einem spürbaren Druck auf dem bestehenden Wohnungsmarkt. Hinzu kommen die perspektivischen Entwicklungen der Wohnraumsituation infolge der Ansiedlungsprojekte. Die Schaffung von sozialem, bezahlbarem und bedarfsgerechtem Wohnraum in Dithmarschen ist eine Herausforderung, die sich nur in enger Zusammenarbeit von Kommunen, Wohnungswirtschaft und auch sozialen Trägern verwirklichen lässt. Denn das Thema Wohnen ist komplex und vielschichtig und tangiert alle Bereiche des Lebens.
Strategie des Kreises
Die komplexen Wirkungszusammenhänge zwischen großen Ansiedlungsvorhaben, der Bevölkerungsentwicklung allgemein und insbesondere der Alterung der Bevölkerung, den veränderten Wohnraumbedarfen sowie den Infrastrukturfolgen erfordern eine integrierte Betrachtung der gesamtregionalen Entwicklung. Ausgehend davon sowie von dem zu erwartenden Umfang des Bevölkerungszuwachses und der zeitlichen Perspektive muss auch die Wohnraumschaffung strategisch und konzeptionell begleitet werden.
Um der koordinierenden Rolle des Kreises zielgerichtet nachzukommen, wird der Kreis Dithmarschen die Realisierung von Wohnraum konstruktiv und zielgerichtet durch folgende Leistungen unterstützen:
Die integrierte Energiewende im Kreis Dithmarschen bietet für die gewerbliche und industrielle Entwicklung Dithmarschens ganz neue Chancen. Durch verschiedene Ansiedlungsvorhaben werden mehr junge Menschen in die Region ziehen. Gleichzeitig stellt diese Chance neue Herausforderungen an den bisherigen Wohnungsmarkt, welcher diese quantitativ und qualitativ aktuell nicht bedienen kann.
Mit der Erstellung eines kreisweiten Regionalen Entwicklungskonzeptes (REK) mit dem Schwerpunkt Wohnen wurde eine Datengrundlage geschaffen, die eine integrierte Betrachtung der Auswirkungen in den Bereichen der technischen und sozialen Infrastrukturen ermöglicht. Das REK soll den Kommunen eine planerische, konzeptionelle Positionierung und eine bessere Einschätzung ihrer Entwicklungsmöglichkeiten und deren Folgen ermöglichen. Basierend auf der 2025 erstellten kleinräumigen Bevölkerungsprognose beleuchtet das REK in drei Szenarien mögliche Entwicklungspfade für den Dithmarscher Wohnungsmarkt.
Im Oktober 2024 wurde das GEWOS Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH aus Hamburg mit der Erstellung des REK beauftragt. Im Prozess wurden die Kommunen durch eine Kommunalbefragung, Experteninterviews sowie einen Facharbeitskreis eingebunden, sodass die Bedarfe der Gemeinden und Städte in den Handlungsempfehlungen abgebildet werden. Das fertige Konzept wurde am 26.03.2026 einstimmig vom Kreistag beschlossen. Sie können das Konzept hier downloaden:
Der Kreis Dithmarschen hat 2025 zusammen mit den Kreisen Steinburg und Pinneberg eine kleinräumige Bevölkerungsprognose erstellen lassen. Das Büro Gertz Gutsche Rümenapp Stadtentwicklung und Mobilität GbR aus Hamburg wurde im Dezember 2024 mit der Durchführung der kleinräumigen Bevölkerungsprognose beauftragt. Die Projektleitung liegt beim Kreis Steinburg.
Mit der kleinräumigen Bevölkerungsprognose sollen die Grundlagen für eine geordnete Kreisentwicklung und die Erstellung kommunaler Wohnraumkonzepte geschaffen werden, da die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen (Zuzug durch Geflüchtete, Ansiedlungsvorhaben) die Kommunen - insbesondere im ländlichen Bereich - vor große Herausforderungen stellen. Den Städten und Gemeinden soll mit Hilfe der Prognose ermöglicht werden, Strategien auszuarbeiten und Steuerungsmöglichkeiten für die weitere Entwicklung zu finden.
Der Kreis unterstützt die Kommunen bei der Schaffung von bezahlbarem, bedarfsgerechtem und sozialem Wohnraum. Das Regionale Entwicklungskonzept mit dem Schwerpunkt Wohnen bietet dabei konkrete Handlungsempfehlungen, Bedarfszahlen und Orientierung in einem sich wandelnden Wohnungsmarkt. Die Umsetzung im Rahmen der kommunalen Planungshoheit liegt jedoch weiterhin bei den Kommunen.
"Die Gemeinden (und Städte) definieren ihre strategischen Entwicklungsziele unter Berücksichtigung ihrer individuellen Herausforderungen in der Wohnraumbereitstellung und ihren lokalen Rahmenbedingungen (Siedlungsstruktur, Wohnungsmarkt, Bevölkerungsentwicklung, geografische Aspekte...)." (Forum Stadt & Land 2023: Handlungsleitfaden 1)
Unabhängig von den Bedarfen, die durch größere Ansiedlungsvorhaben entstehen, muss sich jede Kommune mit seinen Entwicklungsmöglichkeiten beschäftigen. Der Kreis unterstützt zusammen mit den Wohnraumlots*innen der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) die Kommunen bei der Definition des kommunalen Entwicklungsziels, der Ermittlung von Potentialflächen und der schritthaften Umsetzung.
Wenden Sie sich gerne für einen Termin an unsere Ansprechpersonen.
Weitere Informationen für Kommunen finden Sie unter:
Aufgrund des sich verstärkenden Flächendrucks in Dithmarschen bedarf es eines flächensparenden Bauens und einer effizienten Flächeninanspruchnahme. Um die strategische Entwicklung der Flächen durch Kommunen und Investoren zu aktivieren und zeitnah zu entwickeln schafft der Kreis Dithmarschen im Rahmen des Förderprogramms "Nachhaltiges Flächenmanagement" des Landes eine Stelle einer/s Flächenmanager/in bis Ende 2026. Die Stelle wurde am 01.03.2025 besetzt.
Neben der Beratung und bauleitplanerischen Begleitung mit Fokus auf flächeneffizientes Bauen (Geschosswohnungsbau) pflegt die Flächenmanagerin das Flächen- und Wohnungsbaumonitoring als Grundlage für eine räumlich strategische Wohnungsbauentwicklung für Kommunen und Wirtschaft. Da ein solches Kataster auf die Zuarbeit der Kommunen angewiesen ist, ist die Aufgabenteilung gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren zu erarbeiten.
Wohnraumkonferenz
Die Dithmarscher Wohnraumkonferenz ist ein jährliches Veranstaltungsformat des Kreises Dithmarschen. Ziel der Veranstaltungsreihe ist die Vernetzung der Wohnungsmarktakteurinnen und -akteure der Region sowie der Austausch über Ansätze und Lösungswege zu einer langfristig nachhaltigen und zukunftsfähigen Wohnraumentwicklung für die Region. Jede Konferenz findet dabei mit einem anderen thematischen Schwerpunkt statt. Es handelt sich hierbei um eine Fachveranstaltung auf Einladung.
Dritte Wohnraumkonferenz am 07. November 2024
Die 3. Dithmarscher Wohnraumkonferenz fand am 07.11.2024 im BBZ Dithmarschen Heide, Rungholtstraße 2c, statt. Im Fokus stand ein World-Café, indem die Teilnehmenden zu vier Themen miteinander ins Gespräch kommen und so Herausforderungen und Lösungsansätze bei der Wohnraumschaffung diskutieren konnten. Die Themen waren 1. Flächenentwicklung, 2. Finanzierung von Baukosten, 3. Finanzierung von Infrastrukturfolgekosten und 4. Das Regionale Entwicklungskonzept Dithmarschen 2030 mit dem Schwerpunkt Wohnen, welches aktuell von GEWOS Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung erstellt wird.
Hier ist das Programm der Konferenz:
Die 5. Dithmarscher Wohnraumkonferenz findet am 11.05.2026 zum ersten Mal im mariCUBE in Büsum statt. Unter dem Motto „Die Zukunft des Wohnens“ geht der Blick in das Jahr 2040. Anhand verschiedener Zukunftsszenarien für den Kreis Dithmarschen soll die Bedeutung für die wohnbauliche Entwicklung diskutiert werden. Anschließend wird in einer Podiumsdiskussion das neue Instrument des Bauturbos erörtert: Wie kann der Bauturbo zur wohnbaulichen Entwicklung in Dithmarschen beitragen? Welche Herausforderungen und Chancen bietet der Bauturbo?
Soziale Wohnraumförderung
In Dithmarschen gibt es einen hohen Bedarf an bezahlbaren Mietwohnungen für verschiedene Bedarfsgruppen. Deswegen unterstützt der Kreis zusammen mit der IB.SH Kommunen bei der Schaffung von sozial gefördertem Wohnraum.
Förderperiode 2025-2027
In den Jahren 2025 und 2026 stehen jeweils mindestens 270 Millionen Euro (Darlehen und Zuschüsse) für die Wohnraumförderung zur Verfügung. Für 2027 werden es rund 140 Millionen Euro an Darlehen und voraussichtlich mindestens 102 Millionen Euro an Zuschüssen sein. Das Ministerium für Inneres, Kommunales Wohnen und Sport (MIKWS) setzt sich dafür ein, die Mittel der Wohnraumförderung jeweils bedarfsangemessen aufzustocken, soweit der Landeshaushalt dies ermöglicht.
Hierbei bildet ein Budget in Höhe von 30 Millionen Euro pro Jahr für den Raum Heide sowie für einen ca. 25 km Umkreis zur Ansiedlung von Northvolt eine Ausnahme.
Weitere Informationen zu den aktuellen Förderbedingungen und Kriterien finden Sie unter:





















