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Funktionsprüfung zur Notstromversorgung eines Schöpfwerks in Brunsbüttel

BRUNSBÜTTEL - Vom 10. bis 12. Februar 2026 fand in Brunsbüttel (Straße „Unter dem Deiche“) eine mehrtägige Funktionsprüfung der externen Notstromversorgung eines Schöpfwerks statt. Ziel des Funktionstests war es, die bislang überwiegend theoretisch geplanten Abläufe im Ernstfall erstmals umfassend praktisch zu testen und die externe Stromversorgung unter realistischen Bedingungen zu erproben.

Organisiert wurde die Funktionsprüfung durch den Deich- und Hauptsielverband (DHSV), der für das Schöpfwerk verantwortlich ist. In den vergangenen Monaten wurden mehrere Schöpfwerke des DHSV für die externe Notstromversorgung ertüchtigt. Nun sollen verschiedene Lastszenarien über mehrere Tage hinweg exemplarisch an dem Schöpfwerk in Brunsbüttel Nord gefahren werden, um die Funktionsfähigkeit und Belastbarkeit der Systeme zu überprüfen.

Der Kreis Dithmarschen war mit dem Fachzug Energieversorgung in die Testphase eingebunden. Vorgesehen waren unter anderem Probeläufe mit den Netzersatzanlagen des Kreises. Im Fokus unserer Einbindung stand die Kopplung eines Notstromaggregates (650kvA) des DHSV und eines Notstromaggregates (250kvA) des Kreises, um festzustellen, ob die gemeinsame Leistung für den Betrieb eines Schöpfwerkes ausreichend ist. Hierbei wurde der Gedanke verfolgt im Ernstfall auch das zweite Schöpfwerk in Brunsbüttel parallel mit Strom versorgen zu können, da die beiden oben genannten Komponenten jeweils zweimal vorgehalten werden.

Der praktische Teil mit dem Fachzug dauerte rund drei Stunden an. Die Überführung der Abrollcontainer-Netzersatzanlagen erfolgte mit Unterstützung der Feuerwehr Brunsbüttel sowie des Löschzugs Gefahrgut Dithmarschen. „Da der DHSV über keine eigene entsprechende Komponente verfügt, haben wir diesen Transport bereits begleitet und unterstützen ihn auch künftig, um eine sichere und zeitige Ankunft der Abrollbehälter zu gewährleisten“, sagt Pascal Simon, Sachverständiger im Sachgebiet Bevölkerungsschutz und Feuerwehrwesen.

Neben dem Deich- und Hauptsielverband waren auch die Herstellerfirma Polyma, die die Netzersatzanlagen des DHSV und Kreises geliefert haben, sowie der Fachzug Energieversorgung des Kreises Dithmarschen mit Elektrikern vor Ort beteiligt. Da auch die Netzersatzanlage des Kreises von Polyma stammt, ergeben sich Vorteile in Bezug auf die technische Kompatibilität der Systeme.

Hintergrund der Testung ist die wachsende Bedeutung einer sicheren und verlässlichen Notstromversorgung kritischer Infrastruktur. Schöpfwerke sind elementar für die Wasserregulierung und den Hochwasserschutz – insbesondere in einem industriell geprägten und potenziell gefährdeten Bereich wie Brunsbüttel.

„Gerade in sensiblen Bereichen wie Brunsbüttel müssen wir darauf vorbereitet sein, dass es im Krisenfall zu gezielten oder großflächigen Stromausfällen kommt – sei es durch Extremwetterlagen, technische Störungen oder andere Szenarien. Die Funktionsprobe gibt uns wichtige Erkenntnisse darüber, ob wir mit Mitteln des DHSV und des Kreises den Betrieb von zwei Schöpfwerken parallel realisieren können“, erklärt Frank Heuck, Sachgebietsleiter Bevölkerungsschutz und Feuerwehrwesen beim Kreis Dithmarschen.

„Im Ernstfall zählt jeder Handgriff. Durch die gemeinsame Zusammenarbeit mit dem Deich- und Hauptsielverband und den beteiligten Fachfirmen stellen wir sicher, dass Abläufe sitzen, Schnittstellen funktionieren und keine Zeit durch Unklarheiten verloren geht. Das erhöht die Handlungssicherheit aller Beteiligten und dient letztlich dem Schutz der Bevölkerung“, ergänzt Pascal Simon.

Mit der Funktionsprobe werden nicht nur technische Systeme getestet sondern auch die Zusammenarbeit des Deich- und Hauptsielverbandes und dem Bevölkerungsschutz des Kreises vertieft. Ziel ist es, im Krisenfall schnell, abgestimmt und wirksam handeln zu können, um Schäden zu minimieren und die Funktionsfähigkeit der Schöpfwerke sicherzustellen.